Ölkonzerne
Ölpreis-Sturz macht Total zu schaffen

Wer Auto fährt oder mit Öl heizt, freut sich über die gesunkenen Preise des schwärzen Goldes. Doch dem französischen Total-Konzern hat der Verfall des Ölpreises nach einem starken Jahresverlauf im Schlussquartal 2008 gebremst.

HB PARIS. Der bereinigte Konzerngewinn fiel zwischen Oktober und Dezember um acht Prozent auf 2,87 Mrd. Euro. Der Markt hatte allerdings wie bei der Konkurrenz mit einem stärkeren Einbruch gerechnet. Im Gesamtjahr blieb zudem ein starkes zweistelliges Wachstum übrig. Total-Chef Christophe de Margerie zeigte sich zuversichtlich, die Krise ohne Änderungen am langfristigen Investitionsplan zu überstehen. Er rechnet damit, dass die Nachfrage nach Energie wieder anziehe.

Nach einem Start im Minus lag die Aktie von Total zuletzt 1,18 Prozent im Plus bei 40,56 Euro. Alle Bereiche seien mit ihren Ergebnissen leicht über den Erwartungen geblieben, hieß es von Marktteilnehmern.

Bei der Berechnung des bereinigten Gewinns klammert Total Sondereffekte wie beispielsweise Steuerbelastungen, Gewinne oder Verluste durch die Bewertung von Lagerbeständen sowie die Beteiligung an dem Pharmakonzern Sanofi-Aventis aus. Die Effekte eingerechnet, rutschte Total im vierten Quartal unter dem Strich sogar in die roten Zahlen: Der Nettogewinn lag 794 Mio. Euro im Minus - nach einem Gewinn von 3,6 Mrd. Euro im Vorjahr.

Der Ölpreis hatte im Verlauf des Jahres 2008 historische Schwankungen erlebt: Bis Jahresmitte jagte ein Rekordwert den nächsten bis zu einem Preis von fast 150 Dollar pro Barrel. Das bescherte auch Total und der gesamten Branche satte Gewinne. Mit Zuspitzung der Wirtschaftskrise kam anschließend der freie Fall. Für das vierte Quartal bezifferte Total den Durchschnittspreis für ein Fass Öl der Sorte Brent auf nur noch 55,5 Dollar. Das sind 37 Prozent weniger als im Vorjahr, im Vergleich zum dritten Quartal 2008 lag der Durchschnittspreis damit nur noch bei der Hälfte.

Die Produktion sank unter anderem wegen der Schließung von Ölfeldern in der Nordsee und in Libyen sowie Sicherheitsproblemen in Nigeria um vier Prozent. Der Umsatz ging um zehn Prozent auf 38,7 Mrd. Euro zurück. Durch das starke erste Dreivierteljahr konnte Total im Gesamtjahr aber immer noch ein kräftiges Wachstum vorweisen: Der Umsatz stieg um 13 Prozent, der bereinigte Gewinn legte um 14 Prozent zu. Die Aktionäre sollen an dem Wachstum beteiligt werden: Die Gesamtdividende für 2008 soll bei 2,28 Euro je Aktie liegen und damit zehn Prozent über der Vorjahresausschüttung.

Total setzte auch in der Krise seinen Investitionskurs fort: 2008 steckte der Konzern rund 18 Mrd. Dollar insbesondere in Offshore-Vorkommen vor der Küste von Nigeria, eine Raffinerie in Saudi-Arabien und Schwerölvorkommen in den USA. Im laufenden Jahr sollen sich die Investitionen in ähnlicher Größenordnung bewegen. Wenn nötig, zieht der Konzern die Verschiebung von Projekten in Erwägung, sie sollen aber nicht abgesagt werden. Für die Krise sei der Konzern gut gerüstet, hieß es.

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