Ölkonzerne
Trotz Ölpreisverfall: BP mit Rekordgewinn

Für die Ölkonzerne war das dritte Quartal ein aufregendes: Zunächst stieg der Ölpreis auf ein Rekordniveau, dann sank er deutlich ab. Dieser Verfall hat in der Quartalsbilanz des britischen Ölmultis BP aber kaum Spuren hinterlassen.

HB DÜSSELDORF/LONDON. Der Konzern steigerte sein Ergebnis für die drei Monate Juli bis September um 148 Prozent auf den Rekordwert 10,03 Mrd. Euro. Zu Anfang des Vierteljahrs hatte der Ölpreis mit 147 Dollar je Barrel seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Gegen Ende des dritten Quartals wurde das Barrel mit 102 Dollar gehandelt, bevor der Preis auf derzeit unter 65 Dollar sank.

Ohne Sondereinnahmen erwirtschaftete der Konzern einen Gewinn von 8,9 Mrd. Dollar und damit fast zwei Mrd. Dollar mehr als an den Märkten erwartet. BP führte dies unter anderem auf Produktionssteigerungen zurück. Dazu habe die Plattform Thunder Horse im Golf von Mexiko den stärksten Beitrag geleistet. "Die Leistung der Quelle ist beeindruckend", sagte ein BP-Sprecher. Die BP-Aktie legte nach Vorlage der Zahlen zu Handelsbeginn mehr als sieben Prozent zu.

Der Ölpreis hatte im Juli mit mehr als 145 Dollar je Barrel neue Rekordhöhen erreicht, war aber im Verlauf der Monate wieder deutlich gesunken. Aktuell rangiert er bei rund 64 Dollar und Experten erwarten, dass der Ölpreis zumindest kurzfristig weiter unter Druck bleibt. Am Markt war deshalb darüber spekuliert worden, wie sich das auf die weitere Ausschüttungspolitik der Konzerne auswirken wird. BP-Chef Tony Hayward versicherte am Dienstag, dass die Dividenden auch bei weiter sinkenden Ölpreisen steigen sollen. Für das dritte Quartal will der Konzern 14 US-Cent je Anteilsschein an die Aktionäre zahlen. 2007 waren es 10,8 Cent gewesen.

Die Produktion von Öl und Gas lag mit 3,664 Mio. Barrel Öläquivalent pro Tag trotz der Ausfälle im Zuge der Hurrikan-Saison im Golf von Mexiko leicht über dem Vorjahresniveau. Ausschlaggebend war hierfür vor allem der Start neuer Förderprojekte. BP geht eigenen Angaben nach davon aus, dass die Produktionsmenge im vierten Quartal weiter zunehmen wird. In der Förderung konnte BP seinen Gewinn im dritten Quartal verdoppeln. Das Raffinerie-Geschäft legte ebenfalls deutlich zu.

BP hatte in den zurückliegenden Monaten vor allem mit den Querelen bei seinem russischen Joint-Venture TNK-BP Schlagzeilen gemacht. Der Ölförderer gehört BP und dem russischen Konsortium AAR zu gleichen Teilen. Der Streit um den Kurs des Unternehmens und den Einfluss bei TNK-BP hatten fast zum Bruch geführt. Vergangenen Monat wurde dann das Kriegsbeil begraben. Der auf russischer Seite umstrittene Vorstandschef Robert Dudley wird bis zum Jahresende sein Amt niederlegen. Experten zufolge verschieben sich die Machtverhältnisse insgesamt zugunsten der Oligarchen.

Die im britischen Leitindex FTSE 100 notierte Aktie reagierte mit einem Kursplus von mehr als fünf Prozent auf die Zahlen.

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