Ölkonzerne: US-Konzerne interessiert an Yukos-Resten

Ölkonzerne
US-Konzerne interessiert an Yukos-Resten

Nach Aussage eines Sprechers des staatlichen Yukos-Insolvenzverwalters Eduard Rebgun hätten eine Reihe internationaler Konzerne Interesse an den Resten des einstmals größten Ölkonzerns Russlands gezeigt. Darunter sei auch Chevron, sagte er Bloomberg.

tom MOSKAU. Ende vergangener Woche hatte sich auch der US-Botschafter in Russland William Burns mit Gazprom-Chef Alexej Miller getroffen. US-Firmen würden sich für Yukos-Teile interessieren, hatte Gazprom nach dem Gespräch schriftlich wissen lassen. Chevron wollte dies zunächst nicht kommentieren.

Beobachter in Moskau rechnen damit, dass die verbliebenen Fördertöchter von Yukos wie die Raffinerien zwischen den beiden großen Staatskonzernen Gazprom und Rosneft aufgeteilt werden. Yukos hält gleichzeitig noch Anteile an Gazprom Neft und fördert derzeit täglich noch über 400 000 Barrel Öl am Tag (je 159 Liter). Moskauer Bankenkreisen zu Folge sei mit Details über die bevorstehende Auktion der Yukos-Reste in den kommenden Wochen zu rechnen. Bis spätestens Sommer werde der Verkauf der Konzernteile abgeschlossen sein.

Eine mögliche Beteiligung amerikanischer Firmen ist pikant, denn vor allem die US-Administration war in der Vergangenheit einer der schärfsten internationalen Kritiker des staatlichen Vorgehens gegen Yukos und der Inhaftierung des einstigen Eigentümers Michail Chodorkowski, der nun erneut in Russland wegen angeblicher Geldwäsche in Milliarden-Dollar-Höhe angeklagt wird.

Gazprom hat unterdessen seine Position auf dem russischen Energiemarkt weiter ausgebaut: Der weltgrößte Gasproduzent wird seine Stromsparte mit dem Kohle- und Stromgeschäft von Suek verschmelzen, dem größten Kohleförderer des Landes. An dem Gemeinschaftsunternehmen werde Gazprom 50 Prozent plus eine Aktie halten. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte jüngst gefordert, in der russischen Stromindustrie mehr Kohle und weniger Gas einzusetzen. Hintergrund dieses Vorhabens ist, dass Gas zu höheren Preisen nach Europa und Asien exportiert werden kann.

Analysten rechen nun auch damit, dass Gazprom die Mehrheit am Kowikta-Gasfeld erhalten wird. Das Vorkommen, eines der größten Russland gehört dem Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP. Der Konzern steht unter Druck, weil er bisher noch keine Einigung mit Gazprom über den Transport des Gases erzielen konnte. „Wir erwarten daher, dass TNK-BP Gazprom eine Mehrheitsanteil anbieten wird“, schreibt Banc of America in einem Report.

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