
LondonZweieinhalb Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist der Energiekonzern BP zu der höchsten Geldstrafe in der US-Geschichte verurteilt worden. Der Ölmulti erklärte sich am Donnerstag in einem Gerichtsverfahren zur Zahlung einer Rekordstrafe von 4,5 Milliarden Dollar (rund 3,5 Milliarden Euro) bereit. Zudem wurden drei leitende Mitarbeiter angeklagt. „Die Kultur bei BP, den Profit über die Vernunft zu stellen“, habe zu der Katastrophe geführt, sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Lanny Breuer.
„Wir glauben, dass diese Einigung im Interesse von BP und seinen Aktionären ist“, sagte BP-Chef Carl-Henric Svanberg. Dadurch würden bestimmte Risiken abgewendet und Kapazitäten frei, sich auf bestehende Zivilklagen zu konzentrieren, erklärte er. Justizminister Eric Holder sagte, ein Großteil des Geldes solle für die Beseitigung der Umweltschäden der Ölpest verwendet werden.
In wirtschaftliche Bedrängnis dürfte BP durch die Strafzahlung nicht geraten. Der Konzern verbuchte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 25,8 Milliarden Dollar. Zudem wird die Zahlung über fünf Jahre gestreckt.
Die Explosion der vom BP-Konzern geleasten Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 20. April 2010 löste die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA aus. Bei dem Unglück starben elf Menschen, zwei weitere kamen später bei Rettungsarbeiten ums Leben.
Aus einem Leck in 1500 Meter Tiefe waren fünf Monate lang insgesamt bis zu 780 Millionen Liter Erdöl in den Golf von Mexiko gesprudelt. Bei Fischern und Anwohnern des Katastrophengebiets bleibt die Sorge um Spätschäden infolge des Öls und knapp sieben Millionen Liter chemischer Öl-Bekämpfungsmittel.
Mehr als 1000 Kilometer Küste in den Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida wurden verschmutzt. Hunderttausende Tiere wie Meeressäuger, Fische, Pelikane und Schildkröten starben an den Folgen. Die Tourismusbranche und Fischer aus der Region erlitten schwere Einbußen.
Die im Golf von Mexiko gesunkene Öl-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ war auf die Erkundung von Tiefseevorkommen spezialisiert. Im September 2009 erreichte sie bei einer Bohrung im Meeresboden die Rekordtiefe von mehr als 10.600 Metern.
Die schwimmende Plattform konnte in bis zu 3000 Meter tiefen Gewässern eingesetzt werden. Sie wurde vom Tiefsee-Spezialisten Transocean betrieben und war für den britischen Ölkonzern BP im Einsatz.
Die 121 Meter lange und 78 Meter breite „Deepwater Horizon“ war größer als ein Fußballfeld. Sie wurde 2001 in Südkorea fertiggestellt und konnte auch in orkanartigem Sturm mit neun Meter hohen Wellen arbeiten.
Den Angaben zufolge erklärte sich BP überdies der Sabotage schuldig, weil das Unternehmen den US-Kongress über das wahre Ausmaß der Katastrophe belogen haben soll. David Rainey, damals stellvertretender Leiter der Abteilung für Erkundungen im Golf von Mexiko, wurde nun angeklagt, weil er den Kongress getäuscht haben soll.
Zwei weitere leitende Mitarbeiter der Bohrstelle, Robert Kaluza und Donald Vidrine, wurden überdies der fahrlässigen Tötung angeklagt. Sie sollen ihren Pflichten zur Sicherheit der Arbeiter nicht nachgekommen sein. Den Angaben zufolge hätten sie die Ingenieure vor Ort anrufen und sie auf Probleme bei den Bohrungen hinweisen müssen.

Platz 10: Nigeria
In dem afrikanischen Land lagern rund 37,2 Milliarden Barrel Öl (ein „Barrel“ oder Fass Öl entspricht rund 159 Litern). Der krisengeschüttelte Staat rangiert damit noch unter den Top-10 der Öl-Nationen. Allerdings verhindert die grassierende Korruption, dass die Einnahmen aus den Rohstoff-Exporten der armen Bevölkerung zugute kommen.
Quelle: Internationale Energie-Agentur (EIA), Stand 2011.

Rang 9: Libyen
Der nordafrikanische Staat wurde von einem Bürgerkrieg erschüttert, der mit der Befreiung von Diktator Gaddafi endete. Die Ölreserven des nordafrikanischen Landes sind bedeutend: Sie beziffern sich auf 46,4 Milliarden Barrel Öl.

Rang 8: Russland
Russland verfügt über Vorkommen von 60 Milliarden Fass Rohöl - viel davon in den unwirtlichen Landstrichen Sibiriens. Jüngst eröffnete der Konzern Gazprom auch eine Ölplattform in der Arktis. Dagegen protestieren Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace.

Rang 7: Vereinigte Arabische Emirate
Ein Wächter radelt an einer Raffinerie nahe der Stadt Dubai vorbei. Im Wüstenboden der Vereinigten Arabischen Emirate stecken rund 97,8 Milliarden Fass des begehrten Energieträgers.

Rang 6: Kuwait
Den sechsten Platz der größten Öl-Länder erreicht der Golfstaat Kuwait. Die Scheichs verfügen über Reserven von 101,5 Milliarden Barrel.

Rang 5: Irak
Das Nachbarland von Kuwait rangiert mit 115 Milliarden Fass Öl auf dem fünften Platz. Sanktionen gegen das Regime des früheren Machthabers Saddam Hussein ließen das Land faktisch von der Lieferantenliste verschwinden. Nach mehr als 20 Jahren gewinnt der Irak doch nun an Bedeutung.

Rang 4: Iran
Der Iran sitzt immerhin auf den viertgrößten Ölquellen der Welt. 137 Milliarden Barrel stecken im Boden. Doch wegen der Sanktionen aufgrund des Atomstreits sind die Exporte eingeschränkt.

Rang 3: Kanada
Unter die Top-3 Ölländer schaffen es die nördlichen Nachbarn der USA. Neben den klassischen Ölquellen verfügt Kanada auch über reiche Ölsand-Reservoirs. Doch die Abbaumethode ist umstritten. Immerhin 175,2 Milliarden Fass des Rohstoffs stecken unter den kanadischen Wäldern.

Rang 2: Venezuela
Der Ölreichtum beschert dem südamerikanischen Land einen bescheidenen Wohlstand. Doch Präsident Hugo Chavez schreckt ausländische Investoren mit drohenden Verstaatlichungen. 211,2 Milliarden Fass Öl kann das Land aus den Quellen schöpfen.

Rang 1: Saudi-Arabien
Den ersten Platz der Öl-Staaten erreicht Saudi-Arabien. Im Boden der Nation stecken 260,1 Milliarden Fass Öl – klar der Spitzenreiter.
Platz 10: Nigeria
In dem afrikanischen Land lagern rund 37,2 Milliarden Barrel Öl (ein „Barrel“ oder Fass Öl entspricht rund 159 Litern). Der krisengeschüttelte Staat rangiert damit noch unter den Top-10 der Öl-Nationen. Allerdings verhindert die grassierende Korruption, dass die Einnahmen aus den Rohstoff-Exporten der armen Bevölkerung zugute kommen.
Quelle: Internationale Energie-Agentur (EIA), Stand 2011.
Bei der Explosion der Ölplattform „Deepwater Horizon“ am 20. April 2010 waren elf Arbeiter ums Leben gekommen. Danach gelang es fast drei Monate lang nicht, das Bohrloch zu schließen. Die Plattform, die 80 Kilometer vor der Küste des US-Staates Louisiana Erkundungsbohrungen im Ölfeld Macondo vorgenommen hatte, war zwei Tage nach der Explosion gesunken.
Weil die Schutzventile versagten, flossen in den folgenden Monaten aus dem Bohrloch in 1.500 Metern Tiefe geschätzte 780 Millionen Liter Erdöl ungehindert ins Meer und verursachten eine der größten Umweltkatastrophen aller Zeiten. Erst am 15. Juli gelang es, das Ölleck am Meeresboden schließen.

Ich bin mal gespannt wie lange es dauert bis ein Prospekt mit dem enstprechende Structured-Settlement-ABS Deal in meine Mailbox flattert. 4.5 Mrd über 5 Jahre Laufzeit! Bei der aktuellen Haushaltslage wird es sich das U.S. Treasury Dept. diesen Betrag (mit etwas Abschlag) bestimmt lieber jetzt als später versilbern.

@ hanwufu
Richtig, denn das Böse ist bereits unter uns.
Jedes sozialkritische Filmwerk benutzt überdrehte Analogien - muss sie benutzen.
Sozusagen, in politisch korrektes Zelluloid verpacken. ;-)

Was ist der Golf von Mexico wert? Bis jetzt steht das Gebot wohl erst bei USD 4.5 Mrd. Und wenn 17 Mrd oder 38 Mrd. werden, ist egal, weil das immer noch ein Schnäppchen ist.
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