
HB NEW YORK. Die schlimmste Ölpest in der US-Geschichte führt nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's zu einer noch nie dagewesenen Krise bei Firmen, die im Golf von Mexico tätig sind. Der Vorfall könnte zudem auch internationale Auswirkungen haben, da andere Regierungen die neuen strengeren US-Vorschriften möglicherweise übernehmen, sagte Moody's-Geschäftsführer Steven Wood am Montag. Es könne zwei Jahre dauern, bis Ölproduzenten, Plattformbettreiber und Dienstleister im Golf von Mexiko wieder so arbeiten könnten wie vor der Umweltkatastrophe.
Nach der Explosion und dem Untergang der Bohrplattform "Deepwater Horizon" des Energiekonzerns BP am 20. April hatte die US-Regierung ein sechsmonatiges Moratorium auf Tiefbohrungen im Golf von Mexiko erlassen. "Diese Unsicherheit könnte weit über dieses Datum hinaus für Firmen andauern, die in dieser Region tätig sind", sagte Wood. Derzeit erwägt der US-Kongress, Haftungsbeschränkungen für Ölproduzenten zu ändern.
Dies könnte dazu führen, dass einige Firmen sich aus dem ölreichen Gebiet zurückziehen. Neue staatliche Vorschriften könnten auch hohe Kosten bei kleineren Ölförderern nach sich ziehen, die dann ihre Geschäfte aufgeben müssten. Kurzfristig habe die Explosion einen Wertverlust bei allen betroffenen Unternehmen ausgelöst.
BP-Aktien verloren am Montag an den US-Börsen weitere 7,5 Prozent. Mit rund 31 Dollar kosten sie nur noch halb so viel wie Mitte Januar. Seit dem Unglück laufen aus dem defekten Bohrloch täglich große Mengen Öl ins Meer. Jüngste Schätzungen gehen von bis zu 40 000 Barrel am Tag aus, also 6,4 Mio. Litern.
Bislang ist es BP nicht gelungen, das Loch zu stopfen. Die USA stehen vor der größten Umweltkatastrophe ihrer Geschichte. Noch ist unklar, wie viele Mrd. Dollar am Ende an Schadenersatz von den Geschädigten gefordert werden könnten.