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Ölpest-Entschädigung: Obama kocht BP weich

Präsident Barack Obama hat sich durchgesetzt. Der strauchelnde Ölkonzern zahlt 20 Milliarden Dollar in einen Treuhandfonds, entschuldigt sich für die Katastrophe und setzt für 2010 seine Dividendenzahlung aus. Doch das könnte noch nicht das Ende aller Forderungen sein. Experten sorgen sich um die Existenz des Unternehmens.

US-Präsident Barack Obama sprach nach dem Treffen mit den BP-Bossen zu den Medien. Quelle: Reuters
US-Präsident Barack Obama sprach nach dem Treffen mit den BP-Bossen zu den Medien. Quelle: Reuters

ebe/mzi/HB NEW YORK/WASHINGTON. Der Verwaltungsratsvorsitzende von BP, Carl-Henric Svanberg, sagte nach dem Treffen, sein Unternehmen und die US-Regierung seien auf einer Linie, wenn es um die notwendigen Schritte zur Eindämmung der Ölpest gehe. Zugleich bat er die Amerikaner um Entschuldigung für die angerichtete Umweltkatastrophe. "Dieser tragische Unfall hätte nie geschehen dürfen", sagte Svanberg. Wegen der Krise habe die BP-Führung beschlossen, in diesem Jahr keine Dividenden mehr auszuzahlen, fügte er hinzu.

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Insolvenz nicht ausgeschlossen

Vor wenigen Wochen noch galt der Ölmulti BP als unsinkbar. Doch jetzt zieht sich die Schlinge um den Hals des britischen Konzerns täglich fester zu. Nachdem die Bank of America keine langfristigen Ölgeschäfte mehr mit BP abschließen will, erhalten Spekulationen über eine drohende Pleite des Unternehmens Nahrung. Investoren schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass BP in die Zahlungsunfähigkeit rutscht, inzwischen auf 39 Prozent. Das lässt sich aus den Kreditausfall-Swaps ableiten, die für BP-Anleihen bezahlt werden müssen. Vor einem Monat wurde das Risiko einer Pleite von BP auf sieben Prozent taxiert.

Und der Druck aus der Politik wird von Tag zu Tag stärker. Drei Stunden lang saßen BP-Vorstandschef Tony Hayward, Chairman Carl-Henric Svanberg und der Amerika-Chef von BP, Lamar McKay, mit Obama im Weißen Haus am Mittwoch zusammen, um über das Krisenmanagement und die Entschädigungsfrage zu beraten. Ergebnis:Der Präsident und die BP-Chefetage einigten sich auf einen Lastenausgleichsfonds im Volumen von 20 Mrd. Dollar, aus dem Schadensersatzforderungen beglichen werden sollen.

Doch das könnte noch nicht das Ende aller Forderungen sein. Investoren fürchten, dass die Entschädigungszahlungen, die BP im Zuge der Ölkatastrophe in den USA zu leisten hat, ins Endlose ausufern könnten - fast wie der täglich wachsende Ölteppich im Golf von Mexiko. "Die Kosten für BP könnten ein Ausmaß erreichen, das groß genug ist, um die Zukunft des Unternehmens infrage zu stellen", sagte der Ex-Präsident von Shell, John Hofmeister. Dann helfen dem Weltkonzern auch seine kerngesunde Bilanz und die hohen Gewinne im zweistelligen Milliardenbereich nicht mehr. Amerikanische Politiker haben bereits die Sorge geäußert, dass BP zumindest Konzernteile durch ein Gläubigerschutzverfahren nach Kapitel 11 der US-Konkursordnung von seinen Verpflichtungen befreien könnte. BP bestreitet vehement, entsprechende Planungen zu verfolgen.

Ein Video-Bericht aus Houston von der Handelsblatt-US-Korrespondentin Astrid Dörner

  • 17.06.2010, 03:11 UhrAnonymer Benutzer: Jonas

    Sicher ist bP pleite wenn alles mit rechten Dingen zugeht und der Verursacher für die Schäden zahlt, denn über 20-30 Jahre wird bP die Einnahmeausfälle der Fischer, Muschelfarmen und badestrände aufbringen müssen.

    Aber Obama hat nichts davon, wenn bP pleite geht, lieber soll das Unternehmen jahrelang lebensfähig bleiben um seine Gelder an den amerikanischen Staat abzuführen.

    Was Obama also zu verhindern suchen wird, sind die exorbitanten Schadenersatzklagen vor US-Gerichten. Wenn die US-Regierung die Verteilung und bewertung der zu Recht gestellten Forderungen übernimmt, wäre bP sehr geholfen.

    Es soll ja schliesslich auch ein Lehrbeispiel für andere Ölförderer sein, im Golf von Mexiko und anderswo.

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