Ölpest
Exxon muss 507 Millionen Strafe zahlen

Der Ölkonzern Exxon Mobil muss wegen des Tankerunglücks der "Exxon Valdez" 1989 Strafzahlungen von 507,5 Mio. Dollar (366,4 Mio. Euro) an die Opfer leisten. Dies entschied das Bezirksberufungsgericht in San Francisco am Montag und bestätigte damit eine Entscheidung des Obersten Gerichts der USA vom vergangenen Jahr.

HB SAN FRANCISCO. 20 Jahre nach der von dem Tanker "Exxon Valdez" verursachten Ölpest vor Alaska hat der Konzern Exxon Mobil im Streit um Entschädigungszahlungen eine herbe Niederlage erlitten. Zusätzlich zu Strafgeldern in Höhe von 507 Mio. Dollar (365 Mio. Euro) muss der Ölriese Zinsen in Höhe von 480 Mio. Dollar berappen. Nach einem Bericht der "Los Angeles Times" ordneten die Richter eines kalifornischen Berufungsgerichts am Montag (Ortszeit) die rückwirkende Zahlung von knapp sechs Prozent Zinsen auf das Strafgeld an, die seit 1996 aufgelaufen waren. Exxon Mobil muss die Entschädigung an Berufsfischer, Fischverarbeiter und Anwohner zahlen, die unter der Ölpest wirtschaftlichen Schaden genommen hatten.

Im vorigen Juni hatte das Oberste US-Gericht in Washington die zuvor von einem Bundesgericht auf 2,5 Mrd. Dollar festgelegten Strafgelder auf 507 Mio. Dollar reduziert. Eine Jury in Anchorage im Bundesstaat Alaska hatte Mitte der 1990er Jahre ursprünglich fünf Mrd. Dollar gefordert. Exxon Mobil war in dem langen Gerichtsstreit immer wieder in Berufung gegangen. Der Ölkonzern hat bereits 3,4 Mrd. Dollar für Säuberungsaktionen, Schadenersatz und Geldbußen gezahlt.

Die "Exxon Valdez" hatte am 24. März 1989 die schlimmste Ölkatastrophe in der US-Geschichte verursacht. Rund 2400 Kilometer der Küste Alaskas wurden verseucht. Bis zu 42 000 Tonnen Rohöl liefen im Prince-William-Sund aus, mindestens 250 000 Seevögel und Tausende andere Tiere starben. Der betrunkene Kapitän Joseph Hazelwood hatte zum Unglückszeitpunkt dem unerfahrenen dritten Offizier das Kommando überlassen.

Nach einer jüngsten Bestandsaufnahme von Biologen sind die Folgen der Katastrophe noch immer nicht überstanden. 60 000 Liter Öl verseuchen heute noch die Region. Die niedrigen Temperaturen in arktischen Gebieten verlangsamen den Abbau der Schadstoffe.

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