Ölpreis bleibt Risikofaktor
Deutsche Chemie profitiert von Konjunkturaufschwung

Die deutsche Chemiebranche hat im dritten Quartal durch eine weltweite konjunkturelle Belebung mehr produziert und umgesetzt als vor einem Jahr. Auch im Inlandsgeschäft spürt die Branche zunehmend eine Erholung der Chemiekonjunktur.

HB FRANKFURT. „Der weltweite Aufschwung hat die deutsche Chemiekonjunktur erreicht“, erklärte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Freitag in Frankfurt. Das dritte Quartal sei besser verlaufen als erwartet. Für die kommenden Monate erwarte die Mehrheit der Firmen eine weitere Erholung des Chemiegeschäfts, hieß es ausblickend. Risiken sieht die Branche aber durch den anhaltend hohen Ölpreis.

Die Produktion chemischer Erzeugnisse nahm im dritten Quartal binnen Jahresfrist um 5,1 Prozent zu. Allerdings war das Vorjahresquartal ausgesprochen schwach ausgefallen. Die Branche setzte im Zeitraum Juli bis September 35,6 Milliarden Euro um, ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Die Erholung der Chemiekonjunktur zeigt sich zunehmend auch in den Verkäufen im Inland“, erklärte der Verband. Binnen Jahresfrist setzten die Firmen auf dem Heimatmarkt mit 16,9 Milliarden Euro drei Prozent mehr um. Zugpferd blieb aber nach wie vor das Auslandsgeschäft. Mit Abnehmern aus dem Ausland setzte die Branche 18,7 Milliarden Euro um, elf Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hatte kürzlich bereits mit deutlich über den Erwartungen ausgefallenen Zahlen zum dritten Quartal den positiven Trend auf den Chemiemärkten bestätigt. Zuvor hatten bereits die US-Branchenrivalen DuPont und Dow Chemical starke Geschäftszahlen vorgelegt. Bei BASF hieß es, das sonst saisonbedingte Sommerloch sei in diesem Jahr ausgeblieben. Der Leverkusener Wettbewerber Bayer will am kommenden Donnerstag seinen Drittquartalsbericht vorlegen. Analysten erwarten vor allem in den Industriesparten des Konzerns eine solide Geschäftsentwicklung.

Ausblick optimistisch

Die Preise erhöhten die Chemieunternehmen im dritten Quartal um 2,2 Prozent binnen Jahresfrist. Vor allem hohe Rohstoffkosten seien für den Preisanstieg verantwortlich gewesen. In den rohölnahen Sparten hätten die Firmen die Preise kräftig anheben können, in den übrigen Sparten hätten sie dagegen angesichts des nach wie vor schwachen privaten Konsums kaum Preisanhebungen durchsetzen können.

Für die weitere Entwicklung zeigte sich die Branche optimistisch. Die Stimmung in der Branche habe sich in den letzten Monaten weiter aufgehellt. Probleme bereitet der Branche aber der hohe Ölpreis. „Ein erneuter kräftiger Anstieg des Ölpreises könnte die konjunkturelle Erholung gefährden“, erklärte der VCI. Daneben seien weitere Risikofaktoren für die stark exportlastige Branche der derzeit hohe Eurokurs sowie die erwartete Abkühlung der Weltkonjunktur, insbesondere in den USA und in Asien. Für dieses Jahr war der Verband nach früheren Angaben bislang - abhängig von der Ölpreisentwicklung - von einem Produktionszuwachs von einem bis 1,5 Prozent ausgegangen. Bei nahezu konstanten Erzeugerpreisen hatte die Branche mit einem Umsatzanstieg von 1,5 Prozent gerechnet. Erste Zahlen zur Entwicklung der Branche im Gesamtjahr 2004 will der Chemie-Dachverband im Dezember veröffentlichen.

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