Ölsand
China setzt seine Rohstoff-Einkaufstour fort

Der größte chinesische Ölkonzern Petrochina beteiligt sich an verschiedenen kanadischen Ölsand-Projekten und weitet damit seine Suche nach ausländischen Rohstoffreserven aus. Die Vorkommen in der kanadischen Provinz Alberta sind nur schwer zu erschließen - doch sollen schon bald den chinesischen Energiehunger stillen.

OTTAWA/ PEKING. Chinas größter Ölkonzern Petrochina kauft für 1,9 Mrd. kanadische Dollar (1,2 Mrd. Euro) 60 Prozent der Anteile an zwei kanadischen Ölsandprojekten von Athabasca Oil Sands. Mit dieser bisher größten Akquisition in Nordamerika weitet Petro-China seine Suche nach ausländischen Rohstoffreserven aus. China hat im ersten Halbjahr Milliarden in die Sicherung ausländischer Rohstoffvorkommen investiert. Im kanadischen Ölsand sollen die größten Erdölreserven jenseits von Saudi-Arabien liegen.

Der Einstieg bei der privaten Gesellschaft Athabasca ist Chinas bislang umfangreichstes Engagement in Kanadas Ölsandvorkommen, sagte Energieanalyst Gordon Kwan vom Finanzdienstleister Mirae Asset Securities in Hong Kong. „Die einfachen, lukrativen Ölprojekte sind vergeben. Was noch da ist, sind schwierigere Projekte, die die Ölfirmen vor Herausforderungen stellen.“

Die Chinesen sichern sich Anteile an zwei Vorhaben im Norden der kanadischen Provinz Alberta. Die Projekte befinden sich in einem frühen Stadium. Athabasca will bis Ende des Jahres bei den Behörden einen Antrag zur Genehmigung einer Anlage einbringen, die am MacKay-Fluss 35 000 Barrel Öl pro Tag fördern soll.

Gemäß der Mitteilung von Athabasca will Petrochina Mittel für die weitere Erschließung der Vorkommen einbringen. Bei diesem Vorhaben dürften auch Verfahren zum Einsatz kommen, welche die Chinesen bereits bei heimischen Projekten im Nordosten Chinas anwenden, hieß es weiter.

Die Transaktion ist Teil der „langfristigen, strategischen Entwicklung der Gesellschaft“, sagte Mao Zefeng, Sprecher von Petrochina am Dienstag. Es sei auch die erste Investition von Petrochina in Ölsandprojekte in Nordamerika, fügte er hinzu.

Das Geschäft zeige, dass die Chinesen Ölsandvorkommen weiterhin einen gewissen Wert beimessen, sagte Philip Skolnick, Analyst bei Genuity Capital Markets in Calgary. Der Deal bewerte die Reserven mit etwa 63 Cent je Barrel. Das sei etwas mehr als jüngste Bewertungen für andere unerschlossene Ölsandvorhaben, fügt Skolnick hinzu.

In den Ölsanden von Alberta werden die größten Erdölreserven weltweit nach Saudi-Arabien vermutet. Die Schätzungen belaufen sich auf 173 Mrd. Barrel. Seit dem vergangenen Dezember hat China weltweit etwa 17 Mrd. Dollar (11,9 Mrd. Euro) für die Sicherung von Energievorkommen im Ausland ausgegeben. Davon entfällt etwa ein Fünftel auf Akquisitionen von Petrochina, die unter anderem Erdgasfelder in Kasachstan und Raffinerieanlagen in Singapur erworben haben.

Petrochina-Aktien gingen an der Börse in Hong Kong am Dienstag um 1,2 Prozent fester aus dem Handel und notierten bei 8,66 Hongkong-Dollar (0,78 Euro). Seit Jahresanfang haben die Aktien 27,5 Prozent zugelegt. Petrochina weist weltweit die zweithöchste Marktkapitalisierung aller Ölkonzerne auf, Nummer eins ist der größte US-Ölkonzern Exxon Mobil. Bloomberg

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