Österreich
Energieriese EVN gibt gute Prognose

Der zweitgrößte österreichische Stromversorger EVN geht trotz der aktuellen Finanzkrise mit vorsichtigem Optimismus in das neue Jahr. EVN-Chef Burkhard Hofer gab zwar am Donnerstag in Wien keinen konkreten Ausblick für das bereits begonnene Geschäftsjahr 2008/09. Allerdings sei durchaus damit zu rechnen, dass Umsatz und auch das Konzernergebnis wieder leicht steigen könnten.

WIEN. EVN kommt mit gut 9 000 Mitarbeitern auf einen Jahresumsatz von etwa 2,4 Milliarden Euro. Nach dem Bundesland Niederösterreich (51 Prozent) ist der deutsche Stromkonzern EnBW mit 35 Prozent der zweitgrößte Einzelaktionär bei dem börsennotierten Unternehmen.

Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 hat der Konzern aus Maria Enzersdorf bei Wien etwas schlechter als erwartet abgeschlossen. Im Vergleich zu den vorangegangenen zwölf Monaten ist das operative Ergebnis (Ebit) um 15,6 Prozent gefallen. Unternehmenschef Hofer sagte, das Minus sei auf einmalige Abschreibungen auf Teile des Stromnetzes zurückzuführen. Auch das Finanzergebnis sank deutlich um 23,6 Prozent wegen zusätzlicher Abschreibungen auf Wertpapiere. Beide Effekte zusammen führten dazu, dass das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahr um deutliche 17,7 Prozent auf 186,9 Millionen Euro geschrumpft ist.

In Börsen- und Finanzkreisen wurde das Ergebnis gelassen aufgenommen – auch der EVN-Aktienkurs reagierte kaum. Die meisten Analysten hatten mit einem Rückgang beim Konzernergebnis gerechnet. „Es ist vielleicht eine kleine Spur schlechter als erwartet ausgefallen“, sagte Christoph Schultes von der Ersten Bank in Wien.

Wenn im jetzt begonnenen Geschäftsjahr größere Abschreibungen ausbleiben, sollte der EVN-Konzern wieder im operativen Geschäft punkten können. „Das Unternehmen ist gut unterwegs“, sagte Gregor Kirstein vom Bankhaus Sal. Oppenheim. 2009 könne der Strom- und Energieversorger von günstigeren Beschaffungskosten profitieren und werde deshalb wieder besser verdienen. EVN profitiere auch davon, dass das Unternehmen im Vergleich zu Konkurrenten vergleichsweise wenig eigenen Strom produziere und vor allem als Verteiler an Endkunden agiere. Der Konzern sei dadurch weniger von den Preisschwankungen bei Rohstoffen abhängig.

Erste-Bank-Analyst Schultes rechnet mit wenig Auswirkungen durch die aktuelle Krise. Konjunkturelle Schwankungen seien kleiner als die durch harte Winter ausgelösten Verbrauchsänderungen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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