Österreichische OMV benötigt Mittel für weiteres Wachstum
Mineralölkonzern zapft Kapitalmarkt an

Der österreichische Energiekonzern OMV will sich 1 Milliarde Euro am Kapitalmarkt beschaffen. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschloss der Vorstand deswegen jetzt eine Kapitalerhöhung und will eine Wandelanleihe herausgeben.

oli/tom WIEN. Das Geld braucht OMV, um den Kauf des 1,5 Mrd. Euro teuren rumänischen Ölkonzerns Petrom zu finanzieren und genügend Spielraum für weitere Akquisitionen zu haben. Die Österreicher haben noch eine Menge vor: „Wir haben das Ziel, in Mittel- und Osteuropa bis zum Jahr 2008 einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent zu erreichen“, sagte OMV-Vorstandschef Wolfgang Ruttenstorfer dem Handelsblatt. Mit der Übernahme der Petrom verfügt die OMV bereits über einen Marktanteil von 18 Prozent.

Unter den europäischen Mineralölunternehmen zählt OMV zum unteren Mittelfeld. Neben dem polnischen Konzern PKN Orlen und dem ungarischen Unternehmen MOL hat sich OMV aber im zentraleuropäischen Öl- und Benzingeschäft in den vergangenen Jahren gut positioniert und den Abstand zu den beiden Wettbewerbern ausgebaut. Der Konzern zählt nach Analystenschätzungen in der europäischen Ölbranche inzwischen auch mit zu den profitabelsten.

Die drei Wettbewerber PKN, MOL und OMV kämpfen um einen Markt, der von Bulgarien und Rumänien über die Länder des ehemaligen Jugoslawien bis nach Polen reicht und auch Teile Süddeutschlands mit einschließt – eine Region mit Wachstumspotenzial, vor allem durch die EU-Erweiterung: Rund 100 Millionen Menschen leben hier.

Die Österreicher, die auch mit 45 Prozent am Bayernoil-Raffinerieverbund beteiligt sind, setzen auf eine aggressive Wachstumsstrategie. Dabei kommt ihnen nach Einschätzung Ruttenstorfers der Standort entgegen, von dem aus sich Mitteleuropa besonders gut erschließen lasse. Rumänien sei bei dieser Strategie für die OMV der mit Abstand größte und wichtigste Markt.

Darüber hinaus blickt OMV aber auf der Suche nach Akquisitionen auch verstärkt nach Russland. Seit 1968 hat der Konzern bereits Lieferverträge mit Gazprom, dem größten Gasförderer der Welt. Rund ein Drittel der russischen Gasexporte nach Westeuropa laufen über die Infrastruktur von OMV. Konzernchef Ruttenstorfer tritt aber Befürchtungen entgegen, dass das Wachstum im Osten die Standorte in Österreich schwächen könnte. „Unsere Kernaktivitäten werden wir nicht verlagern.“

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