Österreichs Regierung auf Seite der Linzer
Siemens bei VA Tech unerwünscht

Österreichs Regierung hat sich im Übernahmepoker um die VA Technologie AG klar auf die Seite der Linzer gestellt. Der Staat bleibt bis auf weiteres Großaktionär beim Anlagenbauer und macht damit einen möglichen Einstieg von Siemens scheinbar unattraktiv.

HB WIEN/MÜNCHEN. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein sagte am Dienstag in Wien, die staatliche Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) werde bei der anstehenden VA-Tech-Kapitalerhöhung mitziehen und auf absehbare Zeit Großaktionär bleiben. „Es wurde auch das klare Ziel formuliert, dass die Einheit der VA Tech gewährleistet wird“, ergänzte er. Finanzminister Karl-Heinz Grasser sagte, er gehe davon aus, dass der deutsche Technologiekonzern diese Signale richtig interpretiere und kein Übernahmeangebot vorlege. Damit steht Siemens nur wenige Monate nach dem Streit zwischen der deutschen und der französischen Regierung über den angestrebten Kauf von Teilen des angeschlagenen französischen Alstom-Konzerns nun erneut im Zentrum einer politischen Debatte.

„Wir haben den Privatisierungsauftrag konkretisiert und die ÖIAG ausdrücklich ermächtigt, bei der Kapitalerhöhung der VA Tech mitzuziehen“, sagte Bartenstein. Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sieht in dem Beschluss keine Abkehr vom Privatisierungskonzept der Regierung. Es sei klar gewesen, dass der Verkauf von staatlichen Anteilen an Bedingungen geknüpft sei, etwa Rücksicht auf die Arbeitsplätze, den Kapitalmarkt und das Halten von Zentralen in Österreich. Diese würden im Fall einer Übernahme durch Siemens nicht erfüllt.

Siemens lehnte eine Stellungnahme ab. Branchenkreisen zufolge beschäftigte sich auch der Siemens-Zentralvorstand am Dienstag mit der Angelegenheit. Vor dem Siemens-Hauptsitz in München demonstrierten am Morgen rund 70 VA-Tech-Mitarbeiter gegen mögliche Stellenstreichungen.

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