Österreichs Wirtschaftsminister
Magna profitiert von Eurofighter-Deal

Aufträge im Volumen von 350 Millionen Euro habe Magna durch die Eurofighter-Bestellung von Österreich erhalten, so Wirtschaftsminister Mitterlehner. Damit widerspricht er einer Aussage des Magna-Gründers Frank Stronach.
  • 0

WienDer kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna profitiert nach Regierungsangaben in großem Umfang von Gegengeschäften im Zuge von Österreichs Eurofighter-Bestellung. Im Gegenzug für die 1,7 Milliarden Euro teure Lieferung von 15 EADS -Kampfjets an die Republik habe Magna Aufträge im Volumen von 350 Millionen Euro erhalten, sagte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am Dienstag der österreichischen Nachrichtenagentur APA zufolge. "Gegenschäfte an sich sind nichts Irrationales, nur sollte man auch dazu stehen", sagte Mitterlehner laut APA.

Zuvor hatte Magna-Gründer Frank Stronach, der in Österreich eine Politiker-Karriere anstrebt, erklärt, der Konzern habe nicht von den Gegengeschäften profitiert. Eine Magna-Sprecherin erklärte hingegen am Dienstag: "Magna bestreitet nicht, dass Gegengeschäfte stattgefunden haben, und hat dies auch in den vergangenen Tagen nicht getan."

Beim Kauf der Kampfjets hat die Republik Österreich mit EADS einen Gegendeal vereinbart: Im Zeitraum von 15 Jahren müssen österreichische Unternehmen Aufträge erhalten, deren Volumen mehr als doppelt so groß ist wie der Eurofighter-Kauf. Bei einem Kaufpreis von 1,7 Milliarden sind das 3,5 Milliarden. Die Gegenaufträge können dabei entweder von EADS und seinen Zulieferern direkt stammen, oder von dem Luft- und Raumfahrtkonzern lediglich vermittelt werden. Ob ein Auftrag als Gegengeschäft gilt oder nicht, entscheidet eine Kommission, der auch das Wirtschaftsministerium angehört.

Zuletzt waren sowohl der Eurofighter-Kauf selbst als auch die Gegengeschäfte wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen und Scheingeschäfte in die Schlagzeilen gekommen. Nun ermitteln die Staatsanwaltschaften in Wien und München.

Magna wollte sich in den vergangenen Tagen nicht zu den Gegengeschäften äußern und war am Dienstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

 



Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Österreichs Wirtschaftsminister: Magna profitiert von Eurofighter-Deal"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%