Offen für weitere Investoren
Sharp beteiligt sich an Loewe

Der japanische Fernsehgerätehersteller Sharp steigt beim defizitären fränkischen Unterhaltungselektronikkonzern Loewe ein. Die Sharp-Tochter Sharp International Finance erwirbt Loewe-Anteile für 4,3 Millionen Euro, teilte die im S-Dax notierte Loewe AG mit.

HB MÜNCHEN. Eine Aufstockung der Beteiligung sei nicht ausgeschlossen, Loewe sei zudem für weitere Investoren offen. Der Einstieg der Japaner kommt nicht überraschend, über Wochen war in den Medien bereits über solch einen Schritt berichtet worden. Die Aktie hatte erst am Dienstag deshalb stark zugelegt. Beide Unternehmen kooperieren bereits seit dem Jahr 2000 bei der Produktion von LCD-Fernsehern.

Loewe hatte seit längerem einen Investor gesucht, um wieder aus der Verlustzone zu kommen, seine drastisch gestiegenen Verbindlichkeiten zu reduzieren und die Eigenkapitalbasis zu stärken. Das Unternehmen geriet in die Krise, weil es aus Sicht von Branchenexperten den Einstieg in die stark nachgefragte Technik mit Flachbildschirmen verschlafen hat. Die Nachfrage der Verbraucher nach dem bisherigen Hauptprodukt, dem klassischen Bildröhrenfernseher, ist dagegen zusammengebrochen. Das Eigenkapital von Loewe werde mit dem Einstieg von Sharp im Rahmen einer Barkapitalerhöhung um 4,3 Mill. Euro aufgestockt, teilte Loewe mit. „Durch die kapitalmäßige Beteiligung von Sharp wird die mehrjährige, erfolgreiche Partnerschaft mit Loewe weiter ausgebaut“, erklärte Loewe-Vorstandschef Rainer Hecker. „Über die Beteiligung von Sharp hinaus sind wie weiter offen für zusätzliche Investoren.“

Tiefrote Zahlen

Loewe war zu Jahresbeginn 2004 noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Eine Prognose, wann wieder Gewinne erwirtschaftet werden können, hat das Unternehmen bislang nicht gegeben. Im vergangenen Jahr hatten die Franken einen Verlust von knapp 30 Mill. Euro verbucht.

Der scharfe Konkurrenzkampf in der Unterhaltungselektronik zwingt die Branche zu Kooperationen und Zusammenschlüssen. Das Kerngeschäft des zerschlagenen fränkischen Traditionskonzerns Grundig ging zuletzt für rund 80 Mill. Euro an den türkischen TV-Gerätehersteller Beko und den britischen Elektronikhändler Alba. Der Hongkonger Unterhaltungselektronik-Riese TCL hatte 2002 Teile der insolventen Schneider Rundfunkwerke aus dem Allgäu übernommen.

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