Offenbar doch kein dritter Interessent
Verwirrung im Bieterwettstreit um Züblin

Für den Verkauf eines knapp 49-prozentigen Anteils am Stuttgarter Baukonzern Züblin aus dem Besitz der insolventen Walter Bau gibt es nach Informationen aus Finanzkreisen nach wie vor zwei Angebote.

HB MÜNCHEN. Zusätzlich zu den Geboten des österreichischen Baukonzerns Strabag und der Stuttgarter Unternehmerfamilie Lenz, die bereits 43 Prozent an Züblin hält, gebe es keine weiteren Gebote, hieß es am Montag in den Kreisen. Offensichtlich sei bei der Bietergruppe um die Familie Lenz, die von einem US-Finanzinvestor unterstützt wird, aber noch ein weiterer Interessent eingestiegen. Das Angebot dieser Gruppierung gelte aber unverändert, hieß es.

Die „Financial Times Deutschland“ hatte berichtet, ein branchenfremder Investor aus Süddeutschland sei in den Bieterwettstreit eingetreten, und damit seien die Chancen für Strabag für eine Übernahme gesunken.

Die Beteiligung an Züblin aus dem Besitz von Walter Bau ist an die BayernLB verpfändet, die damit im Grunde über den Verkauf entscheidet. Die Bank hatte bereits vor längerem eine baldige Entscheidung angekündigt. Strabag hatte bereits wesentliche Teile des insolventen Walter-Bau-Konzerns übernommen und dabei auch einen Anteil von etwa fünf Prozent an Züblin erworben. Mit dem Kauf von Züblin will Strabag mit seiner gleichnamigen Kölner Tochter seine führende Position auf dem Baumarkt im Inland ausbauen.

Die Familie Lenz bieten nach früheren Angaben aus Branchenkreisen 62 Millionen Euro und damit vier Millionen Euro mehr als die Strabag, die aber eine geringfügige Aufstockung des Gebots in Aussicht gestellt hatte. In den Kreisen galt Strabag stets als Favorit für den Zuschlag. Die BayernLB hatte bei ähnlichen Geboten auch das industrielle Konzept für Züblin als Faktor für die Entscheidung genannt.

In Finanzkreisen hieß es nun, das Gebot der Familie Lenz für den Züblin-Anteil werde durch den Beitritt eines weiteren Interessenten nicht verändert. Der dritte Partner stamme offenbar nicht aus der Baubranche, aber aus einem verwandten Bereich. Um welches Unternehmen sich dabei handelt, blieb unklar. Durch diesen dritten Partner könne die Gruppe um die Familie Lenz aber möglicherweise auch ein deutlicheres industrielles Konzept für Züblin präsentieren.

Die BayernLB lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht und auch zu den Aussagen über den neuen Interessenten ab. Auch ein Sprecher der Familie Lenz sagte, die Familie äußere sich zu solchen Spekulationen nicht.

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