Offensive 2018: Volkswagen kommt schneller voran als erwartet

Offensive 2018
Volkswagen kommt schneller voran als erwartet

VW-Chef Martin Winterkorn warnt seine Manager vor Selbstzufriedenheit. Trotz der Probleme in Europa dürfte der Konzern aber bereits 2014 erstmals zehn Millionen Autos verkaufen.
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HamburgMit Schlüsselszenen aus dem WM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Schweden in Berlin rüttelte Volkswagens Vorstandschef Martin Winterkorn nach Informationen des Handelsblatts die VW-Manager zum Jahreswechsel auf. Winterkorns Botschaft bei der internen Managementkonferenz in Dresden Ende Dezember: „Es ist noch nicht gelaufen.“ Volkswagen dürfe sich auf dem Weg an die für spätestens 2018 anvisierte Spitze der Autoindustrie keine Selbstzufriedenheit erlauben. 

Zur Halbzeitpause hatte die deutsche Mannschaft Mitte Oktober gegen Schweden mit 3:0 geführt. Am Ende holten die Schweden auf, rangen Deutschland noch ein 4:4 ab – ein herber Dämpfer auf dem Weg zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. 

Winterkorn, der 2007 in Wolfsburg antrat und dort die Wachstumsstrategie 2018 etablierte, fürchtet ein Nachlassen der Kräfte in der zweiten Phase der VW-Expansion. Zur Halbzeit liegt VW vorn. Die Absatzhürde dürfte das Dax-Unternehmen bereits deutlich früher als erwartet nehmen. 2012 verkaufte der Konzern fast 9,1 Millionen Fahrzeuge – ein Plus von 11,2 Prozent. In diesem Jahr soll der Absatz erneut steigen. 2013 hakt Winterkorn wegen der anhaltenden Autokrise in Europa als Übergangsjahr ab – aber 2014, so die internen Planungen, dürfte VW trotz der Probleme in Europa die Marke von zehn Millionen Autos knacken, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen. 

Einen entscheidenden Schlüssel bildet die neue technische Basis künftiger Modelle, der modulare Querbaukasten (MQB), auf dem bereits der neue Golf aufbaut. Mehr als 40 Konzernmodelle setzen in den nächsten Jahren auf der Plattform auf, während die geschwächte europäische Konkurrenz kaum etwas Neues zu bieten hat. „Wir müssen uns nicht für ein Konzept entscheiden, sondern bringen mehrere“, sagte VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg dem Handelsblatt. 

Vergangene Woche präsentierte er Chefaufseher Ferdinand Piëch und Winterkorn in Nordschweden die ersten Ableger des im Herbst gestarteten Golf. „Noch nie haben wir so schnell so viele Golf-Derivate gebracht“, sagte Hackenberg. VW bringt leistungsstarke Modelle wie GTI und GTD auf den Markt. Dazu eine Sparvariante unter dem Label Blue Motion. Die Kombiversion Golf Variant kommt im August. 2014 startet der erste Elektro-Golf.

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