Offensive in Japan angekündigt
Airbus attackiert Boeing weiter

Europas Luftfahrtindustrie ist weiterhin auf Erfolgskurs und verbucht neue Aufträge auf dem Heimatmarkt des US-Konkurrenten Boeing. Auch in Japan will der europäische Flugzeugbauer Airbus Boden gut machen. Verkaufschef John Leahy kündigte am Dienstag auf der Luftfahrtmesse Ila in Berlin eine Offensive in dem Land an, um den Marktanteil binnen weniger Jahre auf 45 % zu verdreifachen.

HB BERLIN. Weltweit rechnet Airbus nicht nur bei seinem neuen Großraumflugzeug A380, sondern auch bei kleineren Maschinen in Folge des Erfolges der Billigfluglinien mit weiter steigenden Verkaufszahlen. Auf der Ila gab Airbus am Dienstag einen Auftrag der US-Billiglinie Spirit Airlines über 15 Maschinen der A320-Familie und eine Option auf 50 weitere Flugzeuge bekannt.

„Ich glaube, dass wir in den nächsten zwei, drei Jahren unseren Marktanteil in Japan auf unser Niveau in den Vereinigten Staaten erhöhen können“, sagte Leahy der Nachrichtenagentur Reuters am Rande einer Airbus-Pressekonferenz auf der Ila. In den USA hat Airbus nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 45 %, in Japan derzeit lediglich von 15 %. „Wir haben dort nicht früh genug ausreichend Zeit aufgewendet und das war möglicherweise falsch“, sagte Leahy mit Blick auf die Vorherrschaft von Boeing in Japan. Boeing erhielt vor zwei Wochen seinen ersten Großauftrag für den neuen „7E7 Dreamliner“ aus Japan von der All Nippon Airways mit 50 Maschinen.

„Es ist kein Unglück für uns, dass Nippon sich für den 7E7 entschieden hat“, sagte Airbus-Chef Noel Forgeard vor Journalisten. Allerdings sei Japan und Asien insgesamt für Airbus ein zentraler Markt. Verkaufschef Leahy sieht gute Chancen mit einer entsprechenden Offensive in Japan einen ähnlichen Erfolg zu erzielen wie zuletzt in China, wo Airbus seinen Marktanteil von 15 % im Jahre 1995 auf mittlerweile 50 % erhöht habe.

Allerdings gebe es langjährige Geschäftsbeziehungen, in die man nicht so leicht einbrechen könne, fügte Leahy hinzu. „Ich würde aber jeder Fluggesellschaft raten, sich beide großen Flugzeugbauer anzuschauen“, sagte Verkaufschef Leahy mit Blick auf den Nippon-Auftrag an Boeing. „Sie haben die Flugzeuge gekauft ohne sich uns anzuschauen. Sie haben nicht einmal eine Broschüre bestellt“, sagte Leahy.

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