OHB-Gruppe will Werke kaufen
Airbus-Betriebsräte fodern ein Konzept

Die Betriebsräte von Airbus Deutschland haben das EADS-Management erneut scharf kritisiert und die Vorlage von Zukunftskonzepten gefordert. Erst wenn sie Informationen über die neue Organisationsstruktur und die Auslastung der Werke bis 2010 hätten, könnten sie über Werksverkäufe und Entlassungen diskutieren. Für die Werke wird mittlerweile ein Käufer gehandelt.

HB HAMBURG. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzender Rüdiger Lütjen sprach sich am Dienstagabend im Luftfahrtpresseclub Hamburg gegen die angekündigte Entlassung von rund 10 000 Mitarbeitern aus und begründete dies mit dem gut gefüllten Auftragsbuch und dem hohen Bedarf an Arbeitskräften. „Seit Monaten besteht keine Klarheit darüber, wer entlassen werden soll“, sagte Lütjen. Die Mitarbeiter würden unter dieser Ungewissheit leiden. Der Betriebsrat habe auch keine Informationen darüber, welche Tätigkeiten betroffen seien. Außerdem sei nicht bekannt, wer die Arbeiten dann machen solle oder ob auf sie verzichtet werden könnte.

Diese unklare Situation wirkt sich auch auf die Neueinstellung von Mitarbeitern aus. „Wir können keinen neuen Mitarbeiter einstellen, ohne dass ein anderer gehen muss“, sagte der Betriebsrat. Die absolute Zahl der Beschäftigten sei gedeckelt. Um zu wissen, welche Mitarbeiter gebraucht werden oder möglicherweise an einem anderen Platz eingesetzt werden können, müsste das Management ihre Pläne aufdecken. „Aber das Management in Toulouse ist 2 000 km von Hamburg entfernt und auch 2 000 km von der Realität“, sagte Lütjen.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende geht davon aus, dass die Airbus-Führung gar kein Konzept hat und auch nicht weiß, wer entlassen werden soll. „Ich glaube einfach, dass sich das Management zu viel vorgenommen hat“, sagte Lütjen. Zum einen solle bei vielen Modellen die Produktion hochgefahren werden, zum anderen stehe die Entwicklung neuer Modelle an und schließlich solle noch eine Fertigung in China aufgebaut werden. Auch Horst Niehus, Betriebsratsvorsitzender des Hamburger Werkes, sieht eine große Belastung. „Wir haben viel zu viel Arbeit“, sagte er. Es müsse geprüft werden, ob Airbus wirklich jeden neuen Auftrag haben müsse.

Beim geplanten Verkauf von drei Airbus-Werken hat sich der Gesamtbetriebsrat für eine nationale Lösung in Deutschland ausgesprochen. Die Arbeitnehmervertreter stellten sich darauf ein, dass ein Verkauf der Werke in Varel, Nordenham und Laupheimnicht nicht zu verhindern ist, es sollte aber ein starker deutscher Partner sein, sagte Gesamtbetriebsratschef Rüdiger Lütjen am Dienstagabend vor dem Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg. Voraussetzung sei, dass Airbus endlich seine Konzepte über die künftige Auslastung und Investitionen für diese Standorte offen legt. „Wir möchten eine deutsche Lösung in einer Hand.“

Seite 1:

Airbus-Betriebsräte fodern ein Konzept

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%