Oligarch Deripaska steigt ein
Magna rüstet sich für Chrysler

Wendung im Milliardenpoker um Chrysler: Der an einem Kauf des US-Autoherstellers interessierte Zulieferer Magna hat den russischen Oligarchen Oleg Deripaska als Großaktionär an Bord geholt. Damit verschafft sich Magna neuen finanziellen Spielraum für eine Übernahme Chryslers. Allerdings genießt Deripaska keinen guten Ruf in Amerika; das FBI hatte ihn schonmal vorgeladen.

hz/ebe/rob FRANKFURT. Deripaska erwirbt mit seiner Industrieholding Basic Element für 1,54 Mrd. Dollar rund 15 Prozent an Magna und wird künftig sechs der 14 Board-Plätze bei dem Zulieferer stellen, wie beide Firmen mitteilten. Ein Magna-Sprecher betonte, dass der Einstieg in keinem sachlichen Zusammenhang mit dem Chrysler-Gebot stehe.

Analysten sehen dies allerdings anders. Magna rüste sich damit für einen möglichen Zuschlag bei Chrysler, hieß es. Einige Experten warnen indes, dass der Einstieg des Oligarchen Widerstände in den USA gegen einen Verkauf an die Kanadier wecken könnte. So hatte Washington nach dem Einstieg der russischen Wneschtorgbank beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS damit gedroht, Rüstungsaufträge für den Boeing-Konkurrenten zu stoppen.

In den USA hat Deripaska einen schweren Stand. Das „Wall Street Journal“ berichtete Mitte April, der russische Unternehmer habe seit Mitte 2006 keine Einreiseerlaubnis mehr. Als Grund nannte die Zeitung widersprüchliche Aussagen des Milliardärs gegenüber dem FBI, das ihn zu seinen Geschäften befragt hatte. Investoren aus Russland, China oder dem Mittleren Osten werden in den USA generell kritisch betrachtet. Derzeit müht sich die US-Politik aber, Sorgen vor einer protektionistischen Wirtschaftspolitik zu zerstreuen. US-Finanzminister Henry Paulson sagte zu Wochenbeginn, ausländische Investoren seien generell sehr willkommen. Ein Daimler-Sprecher wollte den Einstieg des Russen bei Magna nicht kommentieren. Magna betonte, Deripaska sei ein seriöser und finanzstarker Partner, mit dessen Hilfe Magna in Russland expandieren wolle.

Das Bieterverfahren um Chrysler steckt in seiner Endphase. Neben Magna, die mit dem Finanzinvestor Onex zusammenarbeitet, sind laut Finanzkreisen noch der Finanzinvestor Cerberus sowie ein Konsortium um Blackstone im Rennen. Magna werden die besten Chancen eingeräumt. „Finanziell haben wir ein brauchbares Konzept“, sagt Magna-Chairman Frank Stronach. Während sich die Finanzinvestoren nicht danach drängten, den US-Autobauer zu kaufen, bestehe bei Magna Interesse an „einem vernünftigen Deal“, heißt es in Verhandlungskreisen.

Seite 1:

Magna rüstet sich für Chrysler

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%