Oligarch kauft zu
Der weltweit größte Kalikonzern entsteht

Seit Sommer gibt es die Pläne, nun ist es offiziell: Der russische Düngemittelhersteller Uralkali will für 1,4 Milliarden Dollar 20 Prozent am Konkurrenten Silvinit übernehmen. Durch die Fusion der beiden Konzerne würde der weltweit größte Kaliproduzent entstehen.
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FRANKFURT. Die beiden russischen Kali-Produzenten werden vom russischen Milliardär Suleiman Kerimow kontrolliert. Der kremlnahe Oligarch hatte im Sommer schrittweise über Tochtergesellschaften die Mehrheit an Uralkali erworben. An Silvinit hielt Kerimow bereits 25 Prozent. Branchenbeobachter hatten seitdem mit einer Fusion gerechnet. Vergangene Woche dann wurde Präsident Putin über die Pläne informiert. Ohne dessen Zustimmung sind solche großen Fusionen oder Übernahmen nicht möglich.

Kali ist neben Phosphat und Stickstoff einer der drei Hauptbestandteile von Düngemitteln. Vergangenes Jahr wurde der Weltkalimarkt von einer chinesischen Produzentengruppe und dem russischen Konzern Belaruskali angeführt, die jeweils etwas mehr als vier Millionen Tonnen produzierten. Silvinit und Uralkali kamen zusammen auf 6,1 Millionen Tonnen Kali und hielten damit rund 18 Prozent des globalen Kali-Marktes. Der deutsche Düngemittel- und Salz-Produzent K+S erreicht mit 3,2 Millionen Tonnen knapp zehn Prozent Marktanteil. Der globale Kalimarkt war im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent eingebrochen; er entwickelt sich in diesem Jahr aber wieder Richtung Normalniveau.

Uralkali bietet den Silvinit-Aktionären 894,50 Dollar je Aktie. Das liegt deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs von zuletzt bis zu 940 Dollar je Aktie. Nach der Ankündigung durch Uralkali gaben die Silvinit-Aktien deutlich nach, die Papiere von Uralkali legten zu. Uralkali will die Übernahme bis Mitte des nächsten Jahres abschließen.

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