OMV investiert in Nabuko-Pipeline
Österreicher machen Ostsee-Pipeline Konkurrenz

Der österreichichische Energieversorger OMV plant an einem Konkurrenzprodukt zur deutsch-russischen Ostsee-Pipeline. Geld ist vorhanden.

oli WIEN. Wie Konzernvorstand Wolfgang Ruttenstorfer dem Handelsblatt sagte, will sich das Unternehmen am Bau der so genannten Nabuko-Pipeline beteiligen, mit der aus den Ländern des Mittleren Ostens über den Balkan Gas nach Westeuropa geleitet werden soll. Die Pipeline soll eine Kapazität für 30 Mrd. Kubikmeter im Jahr haben. Die Ostsee-Pipeline ist auf maximal 55 Mrd. Kubikmeter ausgelegt, wird in einer ersten Ausbaustufe aber nur die Hälfte der Leistung erreichen. Ruttenstorfer kündigte zudem an, dass die OMV selbst in die Förderung in Russland einsteigen wolle.

Die konkurrierende Ostsee-Pipeline soll ab 2010 Erdgas aus Westsibirien nach Westeuropa transportieren. Die 1 200 Kilometer lange Leitung beginnt im russischen Wyborg bei St. Petersburg und endet an der deutschen Ostseeküste in Greifswald. Die Pipeline hat Abzweigungen nach Schweden und Finnland. Möglich ist auch ein Ausbau über die Niederlande bis nach Großbritannien. Hinter der Ostsee-Pipeline stecken Gazprom mit 51 sowie Eon und BASF mit jeweils 24,5 Prozent. Deutschland wird durch die Pipeline erstmals einen direkten Anschluss an die russischen Erdgasreserven erhalten. Bislang fließen die Importe durch Leitungen in Osteuropa.

Das Geld für die Nabuko-Pipeline hat OMV nicht zuletzt im vergangenen Jahr verdient. Bei einem Umsatz von knapp 16 Mrd. Euro konnte der Überschuss mit 1,5 Mrd. mehr als verdoppelt werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Das vierte Quartal lief allerdings schlechter. Im Geschäftsfeld Raffinerien und Marketing verzeichnete die OMV einen Ergebniseinbruch. Das Ebit im Quartal sank im Jahresvergleich um 71 Prozent auf 64,53 Mill. Euro. OMV führte hierfür mehrere Gründe an: So seien einerseits die Raffineriemargen niedriger ausgefallen. Auf der anderen Seite wurde das Marketing-Ergebnis durch eine Sonderabschreibung in Höhe von 45 Mill. Euro belastet. Weitere Sondereffekte hätten sich aus einer Restrukturierungsrückstellung für Bayernoil von 6 Mill Euro sowie Personalrestrukturierungen ergeben. Analysten waren enttäuscht. Die OMV gehört an der Wiener Bösre zu den Tagesverlierern.

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