One Equity Partners wird von allen Seiten attackiert
Süd-Chemie sträubt sich gegen Übernahme durch US-Investor

Nach Anlegerschützern und Kleinaktionären wehren sich nun auch Vorstand und Aufsichtsrat der Süd-Chemie gegen die Übernahme durch die US-Investmentgesellschaft One Equity Partners (OEP). Der Finanzinvestor hält sich nun die Möglichkeit einer höheren Offerte offen.

HB MÜNCHEN. Das bisherige Gebot von 35 € je Aktie basiere auf öffentlich zugänglichen Informationen und einer Bewertung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, teilte OEP am Dienstag in München mit. Der Vorstand von Süd Chemie verweise bei seiner ablehnenden Haltung aber auf nicht veröffentlichte Projekte und Effizienzsteigerungen. „OEP ist bereit, bei weiteren Informationen zu diesen Faktoren und zu der aktuellen Strategie- und Finanzplanung des Unternehmens die Angemessenheit des Angebots zu überprüfen“, hieß es. Zuvor hatten Vorstand und Aufsichtsrat der Münchener Süd Chemie das Angebot von 35 € je Aktie als finanziell nicht angemessen zurückgewiesen.

Die Private-Equity-Gruppe OEP hatte sich im Juni rund 39 % der Anteile an Süd Chemie von den bisherigen Anteilseignern Allianz, BayernLB und Possehl Beteiligungsverwaltung gesichert. Der Preis dafür entsprach dem Gebot von 35 € je Aktie an die übrigen Aktionäre. Die Süd-Chemie-Aktie wird inzwischen an der Börse für fast 44 € gehandelt, jedoch sind wegen des extrem geringen Handelsvolumens der Aktie starke Kursbewegungen möglich.

Ein OEP-Sprecher sagte, sollte es zusätzliche, bislang nicht bekannte Informationen geben, die Einfluss auf die Bewertung haben könnten, müssten diese vorgelegt werden. So sei OEP sehr an den Beurteilungen von Deutscher Bank und Goldman Sachs interessiert, die Süd Chemie beraten hatten. Der Sprecher betonte, OEP gehe es keinesfalls um eine feindliche Übernahme. „Das Interesse von OEP ist nach wie vor, mit dem Management konstruktiv zusammenzuarbeiten.“ Er verwies darauf, dass OEP bereit sei, dem Unternehmen Kapital für seine Expansion zur Verfügung zu stellen. Nun wolle OEP zunächst mit möglichst vielen Aktionären reden.

Vorstand und Aufsichtsrat von Süd Chemie hatten zuvor mitgeteilt, sie hielten das Übernahmeangebot von OEP aus finanzieller Sicht nicht für angemessen. Den Aktionären des Münchener Unternehmens empfahlen sie, die Offerte nicht anzunehmen. Die Unternehmensführung erkannte an, dass OEP zur Zusammenarbeit mit dem Vorstand bereit sei. Jedoch stünden alle Aussagen von OEP unter dem Vorbehalt einer genauen Analyse der Süd Chemie und seien daher nur als unverbindliche Absichtserklärungen anzusehen.

Die Süd Chemie stellt Katalysatoren zur Beschleunigung von chemischen Reaktionen her. Zu den Produkten des Konzerns mit mehr als 5000 Mitarbeitern zählen beispielsweise auch Katalysatoren für Diesel-Motoren. Im vergangenen Jahr setzte Süd-Chemie 862 Mill. € um, im laufenden Jahr peilt das Unternehmen einen Umsatz von rund 900 Mill. € und ein Wachstum des operativen Gewinns um bis zu 20 % an. Bis 2010 soll der Umsatz nach den Planungen des Unternehmens aus eigener Kraft auf 1,2 Mrd. € steigen. Das Angebot von OEP bewertet Süd Chemie mit gut 400 Mill. €.

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