Online-Strategie
Ferrari verpflichtet Apple-Manager

Bei Ferrari sind nur die Autos rot: Im laufenden Geschäftsjahr können die Italiener bisher ein dickes Plus verbuchen. Nun soll der langjährige Apple-Manager Eddie Cue das Online-Geschäft vorantreiben.
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MaranelloGanz Italien steckt in der Autokrise. Nur in Maranello laufen die Geschäfte weiter rund – vor allem weil Ferrari den Heimatmarkt längst hinter sich gelassen hat und international Geschäfte macht. Ferrari-Chef Luca di Montezemolo kann nach den ersten drei Quartalen des Jahres ein Rekordergebnis präsentieren. Der Umsatz legte um zehn Prozent auf 1,76 Millionen Euro zu. Auch der Gewinn verzeichnet ein sattes Plus von 7,6 Prozent, liegt nun bei 152,4 Millionen.

Und mit der Verpflichtung des langjährigen Apple-Managers Eddy Cue ist den Italienern ein weiterer Coup gelungen. Der Amerikaner ist einer der Erfinder von iTunes und dem App-Store und soll als Mitglied des Verwaltungsrats künftig die Internetaktivitäten von Ferrari vorantreiben. Bei Apple leitet Cue die führenden Content-Stores des Konzerns, wie iTunes, den App-Store und den iBookstore, sowie die Siri-, Maps-, iAd- und iCloud-Dienste. Er selbst ist stolzer Ferrari-Besitzer. Genug Geld, um in neue Produkte und Strategien zu investieren, haben die Italiener: Die liquiden Mitteln von Ferrari sind sich mittlerweile auf 959 Millionen Euro angewachsen.

Schon heute verdienen die Italiener ihr Geld mit weit mehr als Autos. Der Umsatz in den Online-Stores des Konzerns stieg im ersten Dreivierteljahr um 32 Prozent, die Lizenzeinnahmen um 20 Prozent. In Kooperation mit Puma vertreibt Ferrari unter anderem eine eigene Textil- und Schuhkollektion. Auch für eine Zeichentrickserie hat Ferrari einige Markenrechte abgetreten. Auf Facebook zählt Ferrari inzwischen 10 Millionen Anhänger, und die Videos des YouTube-Kanals von Ferrari wurden mehr als 20 Millionen Mal angeklickt. 

Die Markenbildung ist eines der Kernelemente der internationalen Markenstrategie. Im Kerngeschäft bleiben die USA der wichtigste Markt für die Italiener. 26 Prozent der Produktion werden in die Staaten geliefert.  Auch in Großbritannien legten die Verkäufe um 37 Prozent auf einen neuen Rekordwert zu. Deutschland bleibt aber mit 534 verkauften Fahrzeugen der wichtigste europäische Markt. Zu den Verkaufsschlagern des Konzerns gehören die 8-Zylinder-Modelle, wie der California30 und der 458 Spider.  

Auch in Asien bleiben die roten Raser beliebt:  Mit 566 Fahrzeugen fort  legten die Verkäufe um sieben Prozent. Auch Japan konnte mit 214 Fahrzeugen eine Absatzsteigerung um 20 Prozent verbuchen. Die Region Nahost konnte an das hervorragende Vorjahresergebnis  2011 anknüpfen: 274 Fahrzeuge wurden in die Region geliefert. 

Einzig auf dem Heimatmarkt brechen auch die Ferrari-Verkäufe ein. In den ersten neun Monaten ging der Absatz in Italien um satte 49 Prozent zurück. Lediglich 238 Fahrzeuge wurden verkauft. Vor allem die Wirtschaftskrise und die schwierige Situation am Luxusgütermarkt macht Ferrari in der Heimat zu schaffen, so di Montezemolo.

 

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