Opel
Autobosse streiten über Opel-Hilfen

Opel bleibt für die Bundesregierung auch nach der Entscheidung für Magna als neuen Haupteigner ein großes Problem: Die EU macht Druck wegen womöglich verbotener Beihilfen, die Stellenstreichungen bei Opel fallen erstaunlich hoch aus und die Opposition geht immer mehr zum Angriff über. Auch die anderen großen Autokonzerne streiten über die Opel-Hilfen.

fbr/hz/fas/mwb/mcs DÜSSELDORF. Die geplanten Staatshilfen für Opel finden unmittelbar vor Beginn der größten deutschen Automesse IAA ein geteiltes Echo unter den führenden deutschen Managern der Branche. Während der deutsche Ford-Chef Bernhard Mattes in einer Umfrage des Handelsblatts deutliche Kritik äußerte, verteidigte Porsche-Vorstandschef Michael Macht die staatlich gestützte Rettungsaktion. Die Hilfen von 4,5 Milliarden Euro zur Rettung des Rüsselsheimer Autobauers sorgen damit für einen Riss unter den deutschen Konkurrenten.

Mattes, sieht durch die Opel-Hilfen die Chancengleichheit in Gefahr. „Für mich hört die Wettbewerbsgleichheit auf, wenn einzelne Wettbewerber in eine bessere Wettbewerbsposition gebracht werden, etwa durch eine Möglichkeit zur Refinanzierung, die für andere nicht gegeben ist, oder gar durch direkte Subventionen und Beteiligungen“, sagte er dem Handelsblatt. „So etwas sollte nicht sein.“ VW-Chef Martin Winterkorn, der sich bereits gegen Staatshilfen für Opel ausgesprochen hatte, schweigt nunmehr auf die Frage.

Dagegen sagte Porsche-Vorstandschef Macht: "Bei Opel stehen Tausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel. Deshalb kann ich gut nachvollziehen, dass der Staat hier eingreift. Natürlich besteht bei staatlichen Transferleistungen immer die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung. Trotzdem ist es jede Anstrengung wert, ein Unternehmen mit der Tradition und dem Mythos von Opel zu retten."

Am Nachmittag haben Opel und und die Sberbank eine gemeinsame Pressekonferenz in Frankfurt abgehalten. Hier sagte Magna-Co-Chef Siegfried Wolf, dass das Aus für das Opel-Werk im belgischen Antwerpen noch nicht besiegelt sei. Man werde alles versuchen, um noch Alternativen zu finden, sagte Wolf in Frankfurt. Zugleich bestätigte der austro-kanadische Zulieferer erstmals, dass nach seinem Konzept nur ein Werk in Europa von einer Schließung bedroht sei und dies sei Antwerpen.

Wolf betonte, die Restrukturierung solle so „sozialverträglich wie möglich“ vollzogen werden. In Europa plant Magna nach eigenen Angaben den Abbau von 10.500 Stellen, davon rund 4000 in Deutschland. Diese Pläne seien aber bereits seit dem Sommer der deutschen Seite bekannt, betonte Wolf. In Antwerpen arbeiten gut 2000 Mitarbeiter. Die belgische Regierung läuft bereits Sturm gegen die Pläne und forderte die EU auf, das Konzept und die deutschen Finanzhilfen genau zu prüfen.

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