Opel-Betriebsrat
„GM muss ein klares Bekenntnis abgeben“

Der Betriebsrat der Rüsselsheimer verlangt von der US-Konzernmutter GM ein klares Bekenntnis zu Opel mit allen Standorten. Ansonsten sei die Wiederbelebung der Marke in Gefahr. Bochum komplett dichtzumachen wäre „fatal“.
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RüsselsheimDer Opel-Betriebsrat drängt die US-Konzernmutter GM, sich von Überlegungen über Werksschließungen und Massenentlassungen in Deutschland zu verabschieden. "GM muss ein klares Bekenntnis zu allen Opel-Standorten abgeben. Ohne dies wird sich die Marke nicht wiederbeleben lassen", warnte Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Falls GM das Werk in Bochum schließen sollte oder Opel als Ganzes gar mit dem französischen Partner Peugeot zusammenläge, käme dies einem Rückzug des Detroiter Autobauers aus Europa gleich. Damit würde GM dem Rivalen VW das Feld in Europa überlassen und müsste sich vom Anspruch verabschieden, weltweit Nummer eins zu werden.

GM und Volkswagen wetteifern um den weltweiten Thron in der Automobilindustrie, auf dem sich der japanische Rivale Toyota in diesem Jahr beeindruckend zurückgemeldet hat. Schäfer-Klug verwies auf Nordamerika, wo die Niedersachsen GM zunehmend Konkurrenz machten. Noch sei die Marktstellung von VW dort zwar vergleichsweise klein, aber die Wachstumsraten der Wolfsburger seien enorm. In dieser Situation dürfe GM VW nicht den europäischen Markt überlassen. "GM wird den europäischen Markt mit seiner Marke Chevrolet nie so bestellen können wie mit Opel", betonte Schäfer-Klug.

General Motors spricht derzeit parallel mit dem Betriebsrat über ein Sparpaket und mit Peugeot über eine gemeinschaftliche Sanierung ihres Europageschäfts. Finanzkreisen zufolge denken die beiden Partner darüber nach, ihr Autogeschäft enger zu verzahnen. In der Diskussion waren zuletzt mehrere Varianten, die von einem Verkauf von Opel an Peugeot bis zu einer Zusammenlegung in einer neuen Gesellschaft unter der Regie der Franzosen reichen.

Gewerkschaften in beiden Ländern befürchten, dass die beiden Autobauer dann noch tiefere Einschnitte vornehmen könnten als bisher schon geplant. Allerdings wurden zuletzt auch Stimmen laut, die eine engere Zusammenarbeit angesichts der staatlichen Hilfen für Peugeot für eher unwahrscheinlich hielten.

Es wäre "fatal", wenn GM jetzt beschlösse, Bochum komplett dichtzumachen, betonte Schäfer-Klug. Denn die Entscheidung wäre erst in vier Jahren wirksam, würde aber bereits jetzt das Ansehen der Marke weiter beschädigen. Opel hatte dem Betriebsrat im Juni angeboten, den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2016 zu verlängern. Im Gegenzug sollten die Arbeitnehmer akzeptieren, dass die Produktion des Familienwagens Zafira zu diesem Zeitpunkt in Bochum ausläuft und das Werk danach geschlossen wird. Die Einigung über ein Sparpaket wird bis Weihnachten angestrebt.

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Der letzte Strohhalm

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  • Opel ist der beste Beweis dafür, dass mit Betriebsrat und Gewerkschaft man es ganz sicher schafft, auf Dauer Arbeitsplätze zu vernichten. Wann kapieren die endlich, dass sie zuviele Leute haben und zuviel Kapazität, von Produkten die schon lange nicht mehr so viele Leute wollen, wie die da oben sich träumen. Sorry, solange sich Opel nicht gesund schrumpft, macht es der Markt.

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