Opel-Betriebsratschef Franz im Interview
„Situation ist verdammt ernst“

Der Autohersteller Opel will im kommenden Jahr die betriebliche Altersversorgung für alle Mitarbeiter wieder einführen. Ein positives Signal, aber Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz spricht in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP auch von einer neuen Gefahr für den Autobauer.

HB RÜSSELSHEIM. Für Klaus Franz geht generell nun ein schwieriges Jahr zu Ende. 2005 hat der Autohersteller Opel, dessen Gesamtbetriebsrat der 53-Jährige seit fünf Jahren führt, mit dem härtesten Personalabbau seiner Geschichte begonnen. Tausende Mitarbeiter mussten gegen Abfindung, über Altersteilzeit und Ausgliederung das Unternehmen verlassen. Bis Ende 2006 wird das Unternehmen rund 9 500 Beschäftigte weniger haben. Nun birgt die Krise der Opel-Mutter General Motors neue Gefahren für den deutschen Autohersteller.

Zunächst kommen aber bis zu 5000 Mitarbeiter neu in den Genuss der Betriebsrente. Opel-Sprecher Ulrich Weber bestätigte auf Anfrage, es gebe die gemeinsame Absicht von Unternehmensleitung und Betriebsrat, die Betriebsrente im kommenden Jahr wieder einzuführen. Die genaue Ausgestaltung sei noch unklar. Wichtig sei, dass eine Altersversorgung für alle Mitarbeiter finanzierbar sein müsse. Opel hat an allen deutschen Standorten rund 30 000 Mitarbeiter.

Betriebsrat und Opel-Führung haben mehrere Jahre über die Wiedereinführung der Betriebsrente verhandelt. Sie war 1997 auf die damals aktiven Opel-Mitarbeiter der drei westdeutschen Standorte Bochum, Kaiserslautern und Rüsselsheim beschränkt worden. Danach neu eingestellte Mitarbeiter gingen leer aus. Opel-intern war eine Wiedereinführung immer wieder befürwortet worden, weil die Betriebsrente auch aus Sicht des Managements als gute Lösung gilt, um hoch qualifizierte Techniker und Ingenieure an das Unternehmen zu binden.

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