Opel braucht Geld
Forster: GM hat in Europa drei Werke zu viel

Der Überlebenskampf von Opel wird zu einem Wettlauf mit der Zeit. Dem angeschlagenen Autobauer droht nach Unternehmensangaben bereits Anfang April das Geld knapp zu werden. Die europäischen General-Motors-Töchter Opel und Vauxhall haben dem GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster zufolge derzeit drei Werke zu viel.

HB GENF/BERLIN. "Jeder Tag zählt", sagte der Vize-Chef der Opel-Mutter GM, Fritz Henderson, am Dienstag auf dem Autosalon in Genf. Ohne Hilfen werde der Autobauer bereits zu Beginn des zweiten Quartals Liquiditätsprobleme bekommen. GM wolle die noch bestehenden Fragen der Bundesregierung innerhalb der nächsten Tage und Wochen beantworten, sagte Henderson. Bislang ist GM mit seinem Plan für eine Herauslösung von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall aus dem Mutterkonzern auf wenig Widerhall in Berlin gestoßen. Bis zu einer Entscheidung der Bundesregierung über staatliche Hilfen dürften Kreisen zufolge noch einige Wochen vergehen

In Regierungskreisen hieß es am Dienstag, eine Entscheidung über deutsche Staatshilfen sei auch abhängig davon, ob die US-Regierung die Opel-Mutter General Motors weiter stütze. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte, es sei weiterhin unklar, wie der Abnabelungsprozess Opels von der Mutter GM aussehen solle und wie verhindert werden könne, dass etwaige deutsche Staatshilfen zum GM-Mutterhaus in die USA fließen. Dennoch schloss er nicht aus, dass es am Ende irgendeine Form staatlicher Hilfen für Opel geben könnte.

Bei einer Pleite stünden in Europa 50 000 Arbeitsplätze bei Opel und der Schwestermarke Vauxhall und noch einmal so viele Jobs bei Zulieferern auf dem Spiel, warnte der Chef von GM Europa, Carl-Peter Forster. Steinbrück sagte, ein Verlust von 50 000 Stellen könne den Fiskus mit drei bis vier Milliarden Euro belasten.

Insgesamt hat GM für die beiden Töchter in ganz Europa 3,3 Milliarden Euro an Staatshilfe beantragt. In Spanien, wo Opel ein Werk in Zaragoza hat, habe die Regierung bereits Hilfen über 200 Millionen Euro zugesagt, sagte Forster. Zudem wolle der Autobauer auch in den Opel-Ländern Großbritannien und Polen Gespräche mit den Regierungen führen und um Unterstützung nachsuchen. Der Großteil der Hilfsanträge richtet sich allerdings an Bund und Länder in Deutschland.

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