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Bund erwägt Opel-Nothilfe bei GM-Insolvenz

Die Bundesregierung stellt sich auf eine Insolvenz der amerikanischen Opel-Mutter GM Anfang Juni ein und hat die Mitarbeiter der Rüsselsheimer Tochter auf Stellenstreichungen eingestimmt. Unterdessen bat der Zulieferer und Opel-Interessent Magna den russischen Autohersteller GAZ um einen Einstieg bei Opel.

HB BERLIN/ABU DHABI. „Wir setzen alles daran, für Opel so viele Standorte und Arbeitplätze zu erhalten wie irgend möglich“, sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf einer dreitägigen Reise in die Golfregion. Aber es wäre unredlich, den Mitarbeitern vorzugaukeln, es könne alles so bleiben wie es ist. Opel werde um einen Kapazitätsabbau ebenso schwer herumkommen, wie der Rest der Automobilindustrie.

Im Fall einer Insolvenz von GM könnte nach Ansicht Guttenbergs ein Treuhänder vorübergehend die Opel-Anteile des US-Konzerns übernehmen. Auf diese Weise könne die Zeit bis zu einer endgültigen Einigung mit einem privaten Opel-Investor überbrückt werden, sagte Guttenberg im Golf-Emirat Abu Dhabi vor dem Weiterflug nach Saudi-Arabien. Nur unter diesen Bedingungen sei er bereit, über staatliche Garantien oder Bürgschaften nachzudenken oder bei einer Brückenfinanzierung auszuhelfen. „Ich will die deutschen Steuerzahler davor schützen, in eine ungewisse Zukunft von Opel investieren zu müssen und am Ende zum Spielball von GM und möglichen Investoren zu werden.“

Der Rüsselsheimer Autobauer sucht händeringend nach Investoren, um sich aus dem Verbund mit dem taumelnden US-Konzern GM zu lösen. Nach dem italienischen Autobauer Fiat will auch der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna der Regierung in Berlin einen Plan für einen Einstieg bei Opel vorlegen. SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte der „BZ am Sonntag“, die Regierung vergleiche die Konzepte von Fiat und Magna, um bis Ende Mai über eine Milliardenbürgschaft zu entscheiden. „Die SPD ist auch zu einer Staatsbeteiligung bereit, damit Opel erhalten bleibt“, bekräftigte er. Guttenberg lehnt eine staatliche Übergangsbeteiligung dagegen ab: „Das funktioniert betriebswirtschaftlich nicht und würde für die Steuerzahler zu einem Milliardengrab“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Das finanzstarke Abu Dhabi hat keine konkreten Pläne für ein Engagement bei Opel. „Wir prüfen Investitionen rund um den Erdball“, sagte der Wirtschaftsminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Mohammed bin Said al-Manssuri anlässlich eines Treffens mit seinem deutschen Amtskollegen. Guttenberg erklärte nach dem Gespräch: „Ich habe mich mit ihm über die unterschiedlichen Automobilfirmen in unserem Lande ausgetauscht, auch solche die derzeit in der Diskussion stehen.“ Abu Dhabis große staatliche Investmentgesellschaft ADIA, einer der weltweit ältesten Staatfonds, verfügt nach al-Manssuris Worten über Mittel von 850 Mrd. Dollar.

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