Opel-Chef verschickt Brand-Brief
„Ich bin enttäuscht über das Niveau des Engagements"

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann ist alles andere als zufrieden mit seinen Managern. Laut Medienbericht findet er in einem Brief deutliche Worte: „Das ist nicht das, was ich von meinen 300 Top-Führungskräften erwarte.“
  • 3

FrankfurtOpel-Chef Karl-Thomas Neumann hat einem Zeitungsbericht zufolge die Top-Manager des Autokonzerns zu mehr Einsatz aufgerufen. „Wir sehen starke Gegenwinde für 2015!“, zitierte die „Bild“ aus einem Brief des Opel-Chefs an 300 Führungskräfte. „Unser nächster Schritt 'Profitabilität 2016' ist bei weitem nicht gesichert.“ Die Konzernmutter GM hatte das Ziel ausgegeben, Opel nach zehnjähriger Durststrecke 2016 endlich wieder in die Gewinnzone führen.

„Ich bin tief enttäuscht über das Gesamtniveau des Engagements“, zitierte die Zeitung aus dem Brief. „Das ist nicht das, was ich von meinen 300 Top-Führungskräften erwarte.“ Ein Opel-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Den Brief hat Neumann laut „Bild“ nach einem Treffen der Manager vor wenigen Wochen geschrieben. Diese hätten sich einfach zurückgelehnt und die Show genossen, zitierte die Zeitung aus dem in Englisch verfassten Schreiben des Opel-Chefs. „Ich habe das Gefühl, dass viele unserer Führungskräfte das Managen von Projekten als ihre Hauptaufgabe sehen statt das Führen von Menschen.“

Sich dafür entschieden, einen Brief an seine Führungskräfte zu schreiben, hatte sich Neumann laut „Bild“ nach einer Tagung der Führungskräfte. Dort hatte er per Umfrage um Rückmeldung zu der Veranstaltung gebeten. Doch zurück kam nur wenig. Nur 120 der 300 Teilnehmer machten bei der Bewertung mit – für Neumann zu wenig. „Deshalb habe ich mich entschieden, Ihnen diesen persönlichen Brief zu schreiben. Diese schwache Rückmeldung ist nicht akzeptabel“ schrieb Neumann laut „Bild“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Opel-Chef verschickt Brand-Brief: „Ich bin enttäuscht über das Niveau des Engagements""

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ja, wenn man weder bei der Mannschaft, noch bei den bei weiten zu hoch bezahlten Managern ankommt, dann muss man ein Werk schliessen, bei dem die mit Abstand die wenigsten Kundenbeanstandungen gibt, schliessen. Sonst schafft man es nicht die Marke zu zerstören. Sich öffentlich über die eigenen Kollegen zu beschweren ist schon untere Schiene. Genau das passt zu Opel, wenn man zu feige ist sich bei der Bochumer Mannschaft zu verabschieden, ein Werk das man noch nie von innen gesehen hat, dann schreibt man auch noch so einen sch..., und macht es nicht intern. Weiter so und 2016 ist der Rest, Geschichte. Dann hat er es geschafft und kehrt nach VW zurück, wo er ja als designierter Nachfolger gehandelt wurde.

  • Der Mann hat Mut. Oder fehlt ihm vielleicht selbst die Fähigkeit Menschen zu führen. Wären die 300 Führungskräfte begeistert, hätten Sie doch zurückgeschrieben, finden Sie nicht auch? Ich vermute, dass er auch an sich selbst arbeiten sollte und an der Art, wie er führt.

  • Das enttäuschende Niveau des Engagements korreliert mit den Produkten dieser US-Firma.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%