Opel-Deal
Opel-Finanzlage ist undurchsichtig

Wie schlimm steht es um die deutsche Traditionsmarke Opel und ihre europäischen Schwestern Vauxhall und Saab? Geschäftszahlen für 2008 liegen nur für das Europageschäft der Mutter GM vor, nicht aber für die Adam Opel GmbH. Klar ist: Das Problem von GM Europe sind die Kosten.

DÜSSELDORF. Obwohl jetzt eine Lösung für den deutschen Autobauer Opel steht, ist immer noch nicht klar, wie schlimm es um die deutsche Traditionsmarke und ihre europäischen Schwestern Vauxhall und Saab wirklich steht. Warum etwa forderte die Opel-Mutter General Motors in der vergangenen Woche plötzlich 500 Mio. Euro?

Eine Antwort auf diese Frage ist nicht einfach. Die letzte öffentlich zugängliche Bilanz der Adam Opel GmbH stammt aus 2007. Für den europäischen Teil von GM liegen immerhin Zahlen zum Geschäftsjahr 2008 vor.

Danach produzierte GM Europe im vergangenen Jahr knapp 1,6 Mio. Fahrzeuge, verkaufte aber zwei Mio. Die Ursache für die Differenz sind 500 000 Fahrzeuge der asiatischen GM-Marken Chevrolet, Isuzu und Suzuki , die GM Europe verkauft hat.

Künftig wird die Konzernmutter GM für den Vertrieb der Marken aus Fernost zuständig sein. Gepaart mit der Autokrise führt das nach Angaben der britischen Tageszeitung "Financial Times" dazu, dass GM für das laufende Jahr für Opel und seine britische Schwester Vauxhall nur noch einen Umsatz von 22 Mrd. US-Dollar erwartet hat - ein dramatischer Rückgang von 36 Prozent. Die Umsätze von GM Europe schrumpften schon 2008 um 8,2 Prozent auf 34,4 Mrd. US-Dollar.

Ein Problem sind die Kosten: Opel allein verfügt über vier Standorte, GM Europe sogar über zehn. Eindeutig zu viel, urteilen Experten. Kostenführer Ford ist mit nur noch vier Werken in Europa schlanker aufgestellt. Der neue Opel-Investor Magna hat bisher erklärt, er wolle alle vier Opel-Standorten weiterführen. Geplant sind indes erhebliche Stellenstreichungen.

Da GM Europe die Vertriebs- und Verwaltungskosten nicht so stark senken konnte wie die Umsätze einbrachen, verfünffachte sich der Betriebsverlust von GM Europe 2008 von 557 Mio. auf 2,7 Mrd. Dollar. Im gesamten GM-Konzern stand Umsätzen von 147,7 Mrd. Dollar ein Betriebsverlust von 21,3 Mrd. Dollar gegenüber. Die operative Marge bei GM Europe ist mit minus 7,8 Prozent daher weniger schlecht als beim Gesamtkonzern mit minus 14,4 Prozent.

Für 2009 erwartete GM laut Financial Times, dass Opel und Vauxhall 2009 einen Verlust vor Zinsen und Steuern in Höhe von drei Mrd. Dollar einfahren. Um Opel fortzuführen, ist unmittelbar eine hohe Liquidität nötig. Dabei ist es nur eine Seite der Medaille, Opel schuldenfrei zu machen. Der Autobauer braucht darüber hinaus Geld für Forschung und Entwicklung sowie Investitionen in seine Werke.

GM wollte den Umsatz von GM Europe ohne das Geschäft aus Fernost bis 2012 auf 30 Mrd. Dollar steigern. Dann sollte wieder eine Ebitda-Marge (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Verhältnis zum Umsatz) von etwa zehn Prozent möglich sein. Analysten hielten dies für ambitioniert, da andere Autobauer in guten Jahren auch nur acht bis neun Prozent erreichen.

Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Teamleiter Sport
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