Opel fährt 2003 Verlust von knapp 390 Millionen Euro ein: Deutsche Autobranche unter Druck

Opel fährt 2003 Verlust von knapp 390 Millionen Euro ein
Deutsche Autobranche unter Druck

Der Aufschwung in der Automobilbranche lässt auf sich warten. Nach Angaben des Branchenverbandes VDA zeichnet sich bei den PKW-Zulassungen derzeit noch keine Wende ab. Überschäumende Erwartungen seien daher nicht angebracht, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk am Donnerstag. Für das gesamte Jahr erwartet der VDA „kein kräftiges Durchstarten“. Nach vier Jahren ohne Wachstum im Inland sei allenfalls mit einem Plus von 3 % bei den Neuzulassungen zu rechnen.

hz/HB FRANKFURT/M. Vieles hänge davon ab, ob man nun wirklich mit einem kurzfristigen gesamtwirtschaftlichen Aufschwung rechnen könne, sagte Gottschalk. Impulse erhofft sich Gottschalk von den für dieses Jahr angekündigten neuen Modellen. Er schränkt jedoch ein, dieses Potenzial könnte „wieder im Rohr stecken bleiben, sollten weitere Belastungen auf die Autofahrer zukommen“.

Branchenexperten werteten die Aussagen als zunehmende Skepsis. „Ich habe den Eindruck, dass die jetzt ein wenig zurückrudern. Die Töne sind mehr in Moll“, sagte Patrick Juchemich von Sal. Oppenheim. Ähnlich äußerte sich Georg Stürzer von der Hypo-Vereinsbank.

Das Marktforschungsinstitut Polk Marketing denkt angesichts der bislang nicht angesprungenen Nachfrage bereits darüber nach, seine optimistischere Prognose für den deutschen PKW-Markt nach unten zu revidieren. Zwar rollen 2004 viele wichtige Kompaktwagen neu auf den Markt. Doch die Autokäufer halten sich bedeckt: Der Auftragsbestand der deutschen Hersteller sank im Dezember 2003 auf einen absoluten Tiefpunkt.

Besonders Massenhersteller wie Opel und Ford leiden unter der Zurückhaltung der Konsumenten. So wird Opel-Chef Carl-Peter Forster nach Informationen das Handelsblatts aus Aufsichtsratskreisen zwar nicht von dem Ziel abrücken, in diesem Jahr erstmals nach vielen Jahren wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Es werde für den Opel-Chef jedoch immer schwieriger, diese Vorgabe zu erreichen. Im vergangenen Jahr rutschte die Tochtergesellschaft von General Motors (GM) den Informationen zufolge mit einem operativen Minus in der Größenordnung von knapp 390 Mill. Euro wieder tief in die Verlustzone – blieb jedoch damit leicht unter dem zuletzt von Experten vermuteten Verlust von 400 Mill. Euro. Forster wird die Zahlen heute erläutern. Tiefe Spuren in der Bilanz hinterließ vor allem die anhaltende Rabattschlacht auf dem deutschen Markt, an der sich auch Opel inzwischen wieder beteiligt. „Den Ausbau des Marktanteils in diesem Jahr haben wir uns teuer erkauft; das wird sich im Ergebnis abbilden“, hatte Forster bereits im November angekündigt.

Konkurrent Ford verbuchte im vergangenen Jahr mit 1,12 Mrd. Euro den höchsten Verlust der Firmengeschichte. Der Chef der Ford-Werke, Bernhard Mattes, sprach von „extrem schwierigen Marktbedingungen“.

Verbandschef Gottschalk warnte die Autohersteller vor dem „süßen Gift“ der Schnäppchenangebote, um den Verkauf anzukurbeln. Dies schade den Erträgen, außerdem würden die späteren Wertverluste letztlich auch den Kunden sauer aufstoßen. Es gebe kein „Zurück per Knopfdruck und kein schnelles Zudrehen des Rabatt-Hahns“. Es erweise sich als Sackgasse, Märkte dauerhaft zu erkaufen. Top-Manager wie VW-Chef Bernd Pischetsrieder befürchten allerdings, dass der Preiskampf in Europa weiter an Härte gewinnen wird. Konkurrent Opel läutete bereits mit einem aggressiven Preis für seinen neuen Kompaktwagen Astra eine neue Runde im Preiskrieg ein. Der Wagen wird günstiger angeboten als das Vorgängermodell und viele Konkurrenzprodukte.

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