Opel
Fiat-Chef rechnet sich gute Chancen aus

Das Ringen um eine Zukunft für Opel geht in die Schlussrunde. Drei Interessenten haben bis zum Ablauf der Bieterfrist verbindliche Angebote für den Autobauer vorgelegt. Das sagte ein GM-Sprecher dem Handelsblatt. Arbeitsminister Olaf Scholz sicherte eine schnelle Entscheidung der Bundesregierung zu.

BERLIN/DÜSSELDORF. Der italienische Autobauer Fiat hat nach Einschätzung seines Chefs Sergio Marchionne eine Erfolgschance von über 50 Prozent für einen Einstieg bei Opel. „Bei Opel haben wir eine Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent, zum Zug zu kommen“, zitierte die Zeitung „La Stampa“ Marchionne.

Nach Informationen aus Unternehmenskreisen gingen neben dem italienischen Autobauer Fiat, der die Vorlage des Angebots bereits bestätigt hatte, auch der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna sowie der US-Finanzinvestor Ripplewood ins Rennen.

Wie Fiat am Mittwochabend in Turin mitteilte, gilt das Angebot für das europäische Geschäft der deutschen General-Motors-Tochter und deren britische Schwester Vauxhall. Einzelheiten nannte der Konzern nicht. Sollte die Übernahme zustande kommen, werde ein neues Unternehmen gebildet, das Fiat einschließlich der Beteiligung an Chrysler sowie Opel umfassen würde. Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna legte laut der "Rheinischen Post" zusammen mit dem russischen Autobauer Gaz ein Übernahme-Konzept beim Bundeswirtschaftsministerium vor.

Unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete die Zeitung, eine Absichtserklärung sei um genau 18.00 Uhr gesendet worden. Magna will mit Gaz und finanzieller Unterstützung der russischen Bank Sberbank die Mehrheit an dem angeschlagenen Konzern übernehmen. Der Zulieferer gab zunächst keinen Kommentar ab. Neben Fiat und Magna wird auch der amerikanische Finanzinvestor Ripplewood über seine europäische Tochter RHJ International als Interessent gehandelt. Wie eine mit den Vorgängen vertraute Person des US-Investors dem Handelsblatt sagte, hat Ripplewood sein Angebot um 16 Uhr bei der Commerzbank eingereicht. Anders als Fiat und Magna planen die Amerikaner keine Herauslösung Opels aus dem GM-Verbund. Die Bundesregierung bevorzugt jedoch einen Investor, der möglichst selbst in der Automobilbranche tätig ist.

Die Bundesregierung strebt nun bis Anfang nächster Woche eine Vorentscheidung bei der Investorensuche an. Auch GM-Boss Fritz Henderson schaltete sich bereits Mittwochabend in das Bieterverfahren mit ein und beriet mit dem Europa-Management das weitere Vorgehen, erfuhr das Handelsblatt.

Die Verhandlungen über Opel stehen unter einem enormen Zeitdruck. Die Bundesregierung versucht den deutschen Autobauer aus dem drohenden Insolvenzstrudel der US-Mutter General Motors (GM) herauszuhalten. Für die Konzepte potenzieller Investoren war zunächst eine Abgabefrist bis Mittwochabend gesetzt, dann aber gelockert worden.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm versicherte, die Bundesregierung werde sich parallel zu GM und US-Regierung umgehend an die Auswertung der Zukunftsmodelle für den deutschen Autobauer machen. Man stehe innerhalb der zuständigen Bundesministerien sowie mit den betroffenen Landesregierungen, aber auch mit GM, Opel und GM-Europe sowie mit der US-Regierung in ständigem Kontakt.

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