Opel
Finanzinvestor RHJ gibt bei Opel Gas

Das Rennen um eine Übernahme von Opel geht auf die Zielgeraden. Der Finanzinvestor RHJ will den Zulieferer Magna kurz vor dem Ziel noch ausstechen. Heute wird RHJ dafür in Berlin vorstellig. Aber dem Unternehmen wehr gleich aus mehreren Richtungen der Wind eiskalt ins Gesicht.

HB BERLIN/RÜSSELSHEIM. Im Ringen um die Übernahme von Opel drückt der Finanzinvestor RHJ weiter aufs Tempo. Wie am Dienstag aus Verhandlungskreisen verlautete, will der belgische Bieter an diesem Mittwoch in Berlin Vertretern des Wirtschaftsministeriums ein weiter entwickeltes Übernahmekonzept erläutern. RHJ International wollte dies weder bestätigen noch dementieren. Sprecher Arnaud Denis sagte der dpa lediglich: "Die Dinge entwickeln sich ziemlich schnell. Wir sprechen derzeit praktisch mit jedem."

RHJ hofft im Kampf um den Autobauer auf Zuspruch durch die Bundesregierung. Hingegen machen sich die vier Bundesländer mit Opel - Standorten und der Opel-Betriebsrat nach wie vor für eine Übernahme durch den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna zusammen mit russischen Partnern stark.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) stellte den Beitrag des Landes von 474 Mio. Euro zur Brückenfinanzierung von 1,5 Mrd. Euro für Opel infrage, sollte der Zuschlag nicht an Magna gehen. "Es besteht kein Automatismus, dass die mit Magna vereinbarte staatliche Brückenfinanzierung auch für den Finanzinvestor RHJ gilt", sagte Koch. Ob und wieweit ein anderer Investor Staatsgeld bekomme, müsse in jedem Fall neu überprüft werden. Entscheidend sei, wie ein solcher Investor Opel weiterführen wolle. "Staatsgeld ist in jedem Fall nicht dazu da, um eine Zwischenfinanzierung für General Motors (GM) zu ermöglichen, und am Ende bleibt alles so wie es einmal war", sagte Koch.

Der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz rief die Belegschaft in einem internen Schreiben zur Unterstützung von Magna auf: "Stellen wir uns quer, lehnen wir Magna ab und kein anderer Bieter einigt sich mit GM, dann stehen wir in ein paar Monaten wieder vor der Insolvenz." Gleichzeitig macht der Betriebsrat offen Front gegen RHJ International. "RHJ ist ein Finanzinvestor, der Opel so schnell wie möglich wieder an GM verkaufen wird und im Interesse von GM handelt", schreibt Franz in dem Brief an die Mitarbeiter. Mit einer Entscheidung für RHJ werde GM alles beim Alten zu lassen. Mit diesem "weiter so" werde das Unternehmen endgültig scheitern.

Zudem bezweifelt Franz die Stichhaltigkeit des nachgebesserten Angebots: "Im ersten Konzept sollten die Werke Antwerpen und Bochum geschlossen und Eisenach verkauft werden, zudem wurden 4,8 Mrd. Euro Staatsgarantien verlangt." Jetzt gehe es nur noch um Garantien von 3,8 Mrd. Euro, obwohl plötzlich keine Werke mehr geschlossen werden sollten. "Ich habe RHJ um einen Finanzierungsplan gebeten, aber keinen bekommen", betonte Franz.

Seite 1:

Finanzinvestor RHJ gibt bei Opel Gas

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%