Opel
Forster flirtet mit Wechsel zu Tata

Der Opel-Aufsichtsrat und GM-Europaboss Carl-Peter Forster verlässt „sein“ Unternehmen. Zum Teil hatte er die Trennung selbst provoziert. Nun stellt sich die Frage, wo der gefragte Automanager anheuert. Viel deutet auf den indischen Autobauer Tata hin.
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FRANKFURT. Sein großes Vorbild ist der Polarforscher Ernest Shackleton. Der Brite war 1914 auf einer Antarktis-Expedition im Packeis eingeschlossen, konnte aber allen Widrigkeiten zum Trotz sein Team wohlbehalten nach Hause bringen. Doch Opel-Aufsichtsratchef und GM-Europa-Boss Carl-Peter Forster ist der Glaube an ein gutes Ende offenbar abhanden gekommen. Der 55-Jährige verlässt das Unternehmen, bestätigte GM entsprechende Informationen des Handelsblatts.

Der Topmanager hatte sich bis zuletzt für einen Verkauf von Opel an den austro-kanadischen Zulieferer Magna eingesetzt und war nach eigenen Aussagen von der Entscheidung der Detroiter Konzernzentrale, Opel nun doch zu behalten, überrascht worden. Intern hatte Forster bereits vor Wochen in kleiner Runde klargemacht, dass er in diesem Fall persönliche Konsequenzen ziehen werde. In der Opel-Zentrale kam der Schritt darum nicht überraschend.

Forster wird der Autobranche aber aller Voraussicht nach erhalten bleiben. Der Sohn eines deutschen Diplomaten, der perfekt Englisch spricht, flirtet mit einem Wechsel zum indischen Autohersteller Tata, der mit seinem Billigauto Nano vor einem Jahr einen Paukenschlag in der Branche setzte. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, da Forster noch ein anderes Angebot vorliege, hieß es aus seinem Umfeld.

Mit dem Abgang des passionierten Seglers verliert GM in Europa sein Aushängeschild im Management. Forster war es, der den US-Konzern bei den ersten Krisengipfeln im Kanzleramt vertrat. Forster war es auch, der bereits 2005 zusammen mit dem heutigen GM-Finanzchef Fritz Henderson auf Anordnung der Zentrale in Detroit eine harte Restrukturierung in Europa durchzog.

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