Opel
Franz und Althaus verteidigen Magna-Einstieg

Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz hat den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna am Samstag als Investor verteidigt. Gleichzeitig griff er das von General Motors erwirkte Zutrittsverbot des Autobauers für den nordamerikanischen Markt an. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) pflichtet ihm bei – und kritisiert Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).

HB FRANKFURT/RÜSSELSHEIM/BERLIN. "Magna ist erfolgreich, weltweit aufgestellt, kennt sich im Autobusiness aus und will für seine russischen Partner die Management-Aufgaben mit übernehmen", sagte Franz der "Automobilwoche" laut Vorabbericht vom Samstag. "Das ist doch der beste Beweis dafür, dass es nicht darum geht, Opel irgendwelchen russischen Oligarchen auszuliefern."

Der endgültige Vertrag mit Magna soll nach Franz' Einschätzung "in den nächsten Wochen" unterschrieben werden. "Dann wird es aber noch drei bis sechs Monate dauern, bis alle Details geklärt sind. Magna verschafft sich inzwischen mit einem Team bei Opel einen vertieften Einblick in die Situation."

Gleichzeitig forderte Franz, dass Opel entgegen der bisheriger Vereinbarungen auch auf dem Heimatmarkt der bisherigen Muttergesellschaft GM agieren darf. Die Marke Opel müsse globalisiert werden und dazu gehöre auch Nordamerika, sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz dem Branchenblatt "Automobilwoche". Derzeit könne Opel in Kanada verkaufen, aber nicht in den USA. "Das kann sich aber ändern, wenn Opel-Fahrzeuge in Nordamerika gebaut werden und wir globale Architekturen haben."

Zu der Absatz-Prognose von 700 000 Fahrzeugen im Jahr in Russland sagte Franz, der Name Opel sei "auf dem russischen Markt eine Marke mit großer Strahlkraft". Opel werde dort auch ein "sehr hohes technisches Image" zugeschrieben.

Der endgültige Vertrag mit Magna könnte nach Ansicht des Betriebsratschef in den nächsten Wochen unterschriftsreif sein. Dann werde es aber noch drei bis sechs Monate dauern, bis alle Details geklärt seien. Für Franz ist der österreichisch-kanadische Zulieferer ein guter Partner: Magna sei erfolgreich, weltweit aufgestellt und kenne sich im Autogeschäft aus.

Auch Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sieht die Gespräche zur Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel auf gutem Weg. Die Verhandlungen zwischen dem Zulieferer Magna sowie der russischen Sberbank und General Motors seien nicht einfach. „Aber beide Seiten werden sich einigen“, sagte Althaus der „Welt am Sonntag“. Magna werde auch mehr finanzielle Verantwortung übernehmen. Zunächst einmal brauche das Unternehmen aber Verträge, auf deren Grundlage sich das Engagement begründen lasse.

Althaus kritisierte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) für dessen Vorschlag, Opel in einer Insolvenz zu restrukturieren. „Eine Insolvenz hätte unkalkulierbare Risiken für die Opel-Werke gebracht“, sagte er. „Das haben wir Wirtschaftsminister zu Guttenberg gesagt, der eine andere Risikoeinschätzung vertreten hat.“ Der habe daraufhin die Entscheidung mitgetragen. Auf die Frage, ob der Wirtschaftsminister in der Rettungsnacht Kanzlerin Angela Merkel (CDU) seinen Rücktritt angeboten habe, sagte Althaus: „Nein, jedenfalls nicht in einer Situation, in der ich dabei war, oder von der ich erfahren habe.“

Ein Konsortium um Magna will Opel einer vorläufigen Vereinbarung zufolge übernehmen. Magna selbst will dann 20 Prozent halten, die russische Sberbank im Auftrag der Regierung 35 Prozent. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte zuletzt auch wieder Offerten anderer Investoren ins Spiel gebracht. Der Chef des insolventen US-Autobauers General Motors, Fritz Henderson, erklärte am Freitag ebenfalls, es gebe noch keine exklusive Vereinbarung mit Magna bezüglich der deutschen Tochter Opel. GM verbringe zwar viel Zeit mit Magna, um ein konkretes Abkommen auszuhandeln, sei aber auch offen für Gespräche mit anderen Interessenten.

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