Opel
GM bietet Standorte gegen Staatshilfe

Heute legt Opel-Interimschef Nick Reilly den neuen Sanierungsplan vor: 9 000 bis 9 500 Mitarbeiter in Europa müssen demnach gehen. Doch Reilly hat auch eine gute Nachricht: Die vier Werke in Deutschland sollen offenbar bleiben. Nun kann der US-Konzern sogar wieder auf Regierungshilfe hoffen.
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hz/pm/saf/DÜSSELDORF. Mit unerwartet starken Zugeständnissen will der neue Opel-Chef Nick Reilly den deutschen Ministerpräsidenten und den Arbeitnehmern einen Beitrag zur Sanierung abringen. Nachdem Reilly am Dienstag bei Treffen mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und dessen rheinland-pfälzischem Amtskollegen Kurt Beck für die Werke Bochum und Kaiserslautern eine Zukunftsgarantie gegeben hat, darf er jetzt sogar wieder auf Landesgelder hoffen.

Aus Verhandlungskreisen war zu erfahren, dass der Opel-Chef dem Europäischen Betriebsrat bei einem Treffen am heutigen Mittwoch zusichern will, dass alle vier deutschen Standorte erhalten bleiben.

Freuen dürfte sich darüber die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, in deren Bundesland das zur Disposition stehende Opel-Werk Eisenach liegt und die am Vormittag mit Reilly in Rüsselsheim zusammentrifft. Im Anschluss will die CDU-Politikerin vor die Presse treten. Am Nachmittag informiert Betriebsratschef Klaus Franz über die Pläne von GM.

Der harte Sanierungskurs des Opel-Mutterkonzerns sieht derweil zwar weiter einen deutlichen Stellenabbau vor, bleibt aber hinter den Planungen des abgewiesenen Opel-Interessenten Magna zurück. Insgesamt will GM nach Angaben von Reilly in Europa 9 000 bis 9 500 Stellen abbauen. Magna hatte gut 10 000 Arbeitsplätze auf der Streichliste.

GM geht damit im Tauziehen um die Opel-Zukunft einen wichtigen Schritt auf Arbeitnehmer und Bundesregierung zu. Noch im Juni hatte GM die Schließung der Fabriken in Antwerpen, Bochum und Eisenach geprüft. Es gebe nun Chancen für eine Unterstützung aus den Ländern, hieß es. Die Regierungen in Düsseldorf und Mainz prüfen, ob Staatshilfe "als Brückenfinanzierung in einer wirtschaftlich kritischen Phase" gewährt werden könne. Auch über eine Beteiligung des Bundes solle gesprochen werden, hieß es.

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