Opel
GM gibt der Politik bei Opel Rätsel auf

Der Poker um die Zukunft des deutschen Autobauers Opel nähert sich erneut einer Entscheidung. Und für den CDU-Wirtschaftsexperten Michael Fuchs ist längst ausgemacht, dass der US-Autobauer General Motors nicht im Traum mehr daran denkt, die deutsche Tochter zu verkaufen. Die Bundesregierung will davon nichts wissen.

HB DÜSSELDORF. Die Hängepartie um die Zukunft von Opel geht in die nächste Runde. Der Verwaltungsrat des Ex-Mutterkonzerns General Motors (GM) soll an diesem Dienstag und Mittwoch zusammenkommen und erneut über einen möglichen Verkauf des deutschen Autobauers beraten. Ob das Gremium eine Entscheidung fällt, gilt nach mehreren fehlgeschlagenen Anläufen als unsicher. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte am Montag, er hoffe auf "eine klare Ansage" vom GM-Verwaltungsrat. "Wir sind, was Verhandlungsoptionen anbelangt, auch für jede nur denkbare Option gerüstet."

Im Rennen sind noch der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna und der belgische Finanzinvestor RHJI. Denkbar ist aber auch, dass GM Opel nicht verkauft, sondern unter seinem Dach belässt. Aus Verhandlungskreisen war vergangene Woche bekanntgeworden, dass der US-Konzern diese Option prüft. Demnach will GM Opel aber nur dann komplett behalten, wenn die Verhandlungen mit den Bietern zu keinen befriedigenden Ergebnis führen. Zwar gilt die Entscheidung des prominent besetzten Verwaltungsrates als richtungsweisend, das letzte Wort hat jedoch die Opel-Treuhand, in der Bund, Länder und GM sitzen.

Nach Einschätzung des Unions-Wirtschafsexperten Michael Fuchs wird sich GM aller Voraussicht nach gegen den Verkauf an einen Investor und damit gegen die bevorzugte Lösung der Bundesregierung entscheiden. "Es gibt bei GM anscheinend eine neue Festlegung", sagte Fuchs als Chef des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Fraktion. Priorität habe für GM ganz offensichtlich, Opel in den Mutterkonzern zurückzuholen. Von allen drei Optionen habe das Angebot des kanadischen Autozulieferers Magna die schlechtesten Karten. Diesen Eindruck habe er aus zuverlässigen Quellen gewonnen.

Fuchs sah sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass Opel am besten mit einer geordneten Insolvenz geholfen sei. Die Regierung könne nicht die Augen vor den Überkapazitäten der Autobranche verschließen. Allerdings hätten sich die Voraussetzungen für eine Opel-Rettung durch GM verbessert. "GM ist jetzt wieder stärker, auch wegen der Hilfen der US-Regierung für die Autoindustrie."

Nachdem GM aus der Insolvenz wieder entlassen wurde, hat sich die Haltung der GM-Führung offenbar geändert. Vor allem der neue GM-Marketingchef Bob Lutz, der über gute Beziehungen zur US-Regierung verfüge, dringe darauf, dass Opel über Magna und dessen Partner Sberbank nicht in russische Hände gelange, sagte Fuchs. Als weiterer Partner für den Opel-Einstieg des Konsortiums war der russische Autokonzern Gaz genannt worden.

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