Opel/GM
Opel: Neues Leben mit neuem Logo

Der Autobauer Opel will mit einem neuen Logo und einem neuen Slogan in die Offensive gehen - und so der permanenten Diskussion um die Zukunft der GM-Tochter etwas entgegen setzen. Die neue Markenstrategie kommt nicht zu früh. Branchenexperten rechnen damit, dass die Marke Opel durch das monatelange Gezerre Schaden gelitten hat.

HB RÜSSELSHEIM. Mitten in der Debatte um die Zukunft von Opel setzt der Autobauer auf ein frisches Logo und einen neuen Slogan. "Wir leben Autos" ist künftig das neue Motto Opels in der Werbung, sagte Opel-Markenchef Alain Visser am Dienstag der Deutschen Presse- Agentur dpa. Der Spruch knüpft an die Aktionen der Mitarbeiter an, die in den vergangenen Monaten in ihren gelben "Wir sind Opel"-Shirts immer wieder für die Zukunft von Opel demonstriert hatten. "Die Inspiration kam von den Mitarbeitern", sagte Visser. Der Slogan löst den bisherigen Leitspruch "Entdecke Opel" ab. Davor hatte Opel mit dem Motto "Frisches Denken für bessere Autos" geworben.

Schon auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA (17.- 27.9.), die in der kommenden Woche in Frankfurt beginnt, wird Opel nach Worten des Vertriebschefs unter dem neuen Markenauftritt an den Start gehen. Auch das Logo, der Blitz, wird modifiziert. Der Blitz wird künftig dreidimensional sein und durch das Wort "Opel" ergänzt. Zu den Kosten des neuen Auftritts machte Visser keine Angaben, sie seien aber "sehr gering".

Bis zur IAA hofft Opel auf eine Vorentscheidung des ehemaligen Mutterkonzerns General Motors (GM) zu der Frage, ob Opel verkauft wird und an wen. "Der Neustart der Marke Opel ist nicht nur eine Eigentümer-Frage, sondern auch eine des Produkts", sagte Visser. "Es ist der ideale Zeitpunkt für einen neuen Markenauftritt."

Das monatelange Gezerre um Opel schädigt nach Ansicht von Branchenexperten massiv die Marke. "Der Hickhack ist purer Nervenkrieg ­ zum großen Nachteil für die Opel-Belegschaft, aber auch für die Marke und das Image von Opel", schrieb der Leiter der Forschungsstelle Automobilwirtschaft (FAW) in Bamberg, Wolfgang Meinig, am Dienstag in einer Stellungnahme. Opel sei für den ehemaligen Mutterkonzern General Motors (GM) "nichts anderes als ein Spielzeug, was man einmal etwas mehr und dann wieder etwas weniger mag". Mit strategischer Unternehmensführung habe dies nichts zu tun.

Nach Ansicht des Branchenkenners hat aber nicht nur GM, sondern auch die Politik Schuld an diesem "Mega-Chaos". "Deutsche und amerikanische Regierungen führen sich seit Jahr und Tag wechselseitig vor, offenbar ohne Gewissensbisse. Ähnliches gilt für Investoren und Spitzenmanager." Die vermeintliche Absicht von GM, eine Milliarde Dollar in Opel zu investieren, interessiere niemanden mehr und reiche nicht aus.

Der Verwaltungskonzern von GM wollte auf seiner Sitzung an diesem Dienstag und Mittwoch über die Zukunft von Opel entscheiden. Im Rennen sind als Interessenten der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna und der belgische Finanzinvestor RHJI. GM könnte Opel aber auch behalten.

Derweil werfen in der Hängepartie um Opel Betriebsrat und Gewerkschaften dem US-Mutterkonzern General Motors (GM) eine Hinhaltetaktik auf Kosten der Belegschaft vor. „Wir erleben jetzt, dass GM mit einer undurchsichtigen Strategie Zeit und Geld vergeudet, indem die endgültige Entscheidung immer wieder verschoben wird“, kritisierten das Europäische Arbeitnehmerforum von GM (EEF), der Europäische Metallgewerkschaftsbund (EMB) und der europäische Gewerkschaftsbund in einer gemeinsamen Mitteilung am Dienstag.

Sie forderten vom GM-Verwaltungsrat, auch auf seiner Sitzung an diesem Dienstag und Mittwoch eine Empfehlung für einen Investor zu einigen, die dann der Opel-Treuhand zur endgültigen Entscheidung übermittelt werden könne. Jede weitere Verzögerung könne Opel/Vauxhall wieder an den Rand der Insolvenz bringen und die benötigte Zustimmung der europäischen Kommission zu den zukünftigen Geschäfts- und Restrukturierungsplänen verhindern.

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