Opel
GM überdenkt Opel-Verkauf

Der amerikanische Autobauer General Motors (GM) will seine deutsche Tochter Opel vielleicht doch nicht verkaufen. Laut Medienbericht werden Alternativen geprüft. Eine davon: GM bringt Opel selbst auf Vordermann und behält das Tochterunternehmen im Konzernverbund. Während Berlin indes die Muskeln spielen lässt, will sich US-Präsident Barack Obama aus dem Opel-Poker heraushalten.

ink/saf/hz/HB DETROIT. Der amerikanische Autokonzern General Motors (GM) prüft laut einem Zeitungsbericht, ob er Opel doch noch behalten sollte. Der GM-Verwaltungsrat habe das Management beauftragt, Alternativen zu einem Opel-Verkauf zu prüfen, schrieb das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen. Dazu gehöre ein Finanzierungsplan im Volumen von 4,3 Milliarden Dollar (rund 3 Mrd Euro), um Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall als GM-Tochter wieder auf Trab zu bringen. GM-Chef Fritz Henderson solle die Finanzierung bis Anfang September in Gang setzen, hieß es.

Der GM-Verwaltungsrat hatte am vergangenen Freitag eine Entscheidung über den auch von Henderson unterstützen Verkauf von Opel an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und seine russische Partner vertagt. Das hatte für Verärgerung bei der deutschen Regierung gesorgt, die das Opel-Problem noch vor der Bundestagswahl lösen will. Bund und Länder wollen Staatshilfe von 4,5 Milliarden Euro bisher nur gewähren, wenn Magna den Zuschlag erhält.

Ein neuer "Opel-Gipfel" soll über die Zukunft der Tochter von General Motors entscheiden. Die Bundesregierung forderte den US-Autokonzern auf, ein Vorstandsmitglied nach Berlin zu schicken. GM willigte umgehend ein, einen hochrangigen Vertreter zu entsenden. Die Bundesregierung ist darüber verärgert, dass GM am Wochenende eine Entscheidung über den von Berlin favorisierten Einstieg des Magna-Konzerns bei Opel erneut vertagt hatte.

Auch Finanzminister Peer Steinbrück drängt zur Eile: "Über die Zukunft von Opel sollte möglichst schnell eine Entscheidung getroffen werden", sagte Steinbrück dem Handelsblatt. Regierung und Unternehmen stünden unter enormem Zeitdruck. Auch die Mitarbeiter müssten endlich Klarheit haben, wie es weitergehe. "Deshalb ist es ärgerlich, dass der Verwaltungsrat von General Motors bisher keine Entscheidung getroffen hat." Sein Eindruck sei, dass einige im Management von GM deshalb Sympathien für den Finanzinvestor RHJ International hätten, weil damit leichter ein Rückkauf von Opel in ein paar Jahren möglich sei.

Sollte es bis Ende der Woche keinen Beschluss geben, werde die Belegschaft aktiv werden, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz dem Deutschlandfunk. "Dann wird es sicherlich auch spektakuläre Maßnahmen von uns geben." Die IG Metall erwägt eine Großdemonstration vor der US-Botschaft in Berlin. Der Vorsitzende der Opel-Treuhand, Fred Irwin, warnt dagegen davor, den Druck auf die amerikanische Seite noch zu erhöhen, wie ein Sprecher der Treuhand sagte.

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