Opel
GM zahlt – und hält die Hand auf

Der US-Autobauer General Motors (GM) hat weitere 200 Millionen Euro an Krediten für Opel zurückgezahlt. Der übrige Betrag soll binnen dieses Monats bezahlt werden. GM kommt damit einer Forderung von Kanzlerin Angela Merkel entgegen. Gleichzeitig peilt GM für die Sanierung der europäischen Tochter wiederum Staatshilfen an. Und um die steht es gar nicht so schlecht.
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HB BERLIN/ZÜRICH. Der US-Konzern General Motors braucht doch Staatshilfe zur Sanierung seiner Tochter Opel. Eine nachhaltige Restrukturierung von Opel benötige Hilfe von allen Seiten, erklärte eine Sprecherin von GM Europa am Freitag in Zürich. Dazu zähle auch die Unterstützung durch Staaten und Mitarbeiter. Zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erklärt, der Konzern wolle auf deutsche Staatshilfe verzichten, und sich dabei auf Äußerungen des GM-Verwaltungsratschefs Ed Whitacre berufen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verlangte von GM die Rückzahlung des deutschen Überbrückungskredits. In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ appellierte sie an den US-Konzern, Opel nicht sterben zu lassen und die bisherige deutsche Hilfe zu bedenken. „Ohne unseren Einsatz würde es Opel heute nicht mehr geben. Insofern haben wir Opel die Chance zum Überleben gesichert“, sagte Merkel und fügte hinzu: „GM weiß das, und ich gehe davon aus, dass dies bei allen Entscheidungen sorgfältig berücksichtigt wird.“

Und der US-Autobauer hat bereits auf die Forderung der Kanzlerin reagiert. "General Motors hat heute weitere 200 Millionen Euro des Brückenkredites für Opel zurückbezahlt", sagte Enrico Digirolamo, Finanzchef und Vize-Präsident bei GM Europa. Die noch ausstehende Summe in Höhe von 400 Millionen Euro soll bis 30. November beglichen werden.

Die Opel-Beschäftigten in Europa sind nach dem geplatzten Magna-Deal indes nicht bereit zu Zugeständnissen gegenüber General Motors. Das erklärten die Arbeitnehmervertreter und die für Opel Europa verantwortlichen Gewerkschaften nach einem Treffen.

„Mit dieser Entscheidung haben die europäischen Arbeitnehmervertreter von Opel/Vauxhall erneut deutlich gemacht, dass sie auch nach dem Richtungsschwenk von General Motors mit einer Stimme reden und in den Verhandlungen gemeinsam auftreten werden“, erklärte Betriebratschef Klaus Franz, der auch Vorsitzender des Europäischen Arbeitnehmerforums ist. Eine Restrukturierung von Opel und Vauxhall könne nur unter Einbeziehung der Arbeitnehmer in Europa und nicht gegen deren Willen erfolgreich sein.

Die Arbeitnehmervertreter forderten, General Motors müsse die Finanzierung des Autobauers und seiner britischen Schwestermarke Vauxhall sicherstellen und den europäischen Arbeitnehmervertretern einen Businessplan vorlegen, der den Zeitraum bis 2014 abdecke. „General Motors darf keine einseitigen Entscheidungen treffen und die Arbeitnehmer nicht vor vollendete Tatsachen stellen,“ forderten sie.

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  • Wenn die belegschaft von Opel nicht bereit ist,die selben Zugestaendnisse wie bei Magna anzubieten, sollen Sie doch dann beim Staat sprich"ARbEiTSLOSENUNTERSTUETZUNG" ihr Geld holen.
    Edel geht Opel zu Grunde!!

  • Diese Debatten um die Sanierung!

    Opel kann man nicht mehr helfen!

    Jetzt die Notbremse ziehen und Reagieren!

    Auch eine Aktiengesellschaft für Opel hat keine Wirkung!

    Mfg


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