Opel GT : Bleifuß oder Lackschuh

Opel GT
Bleifuß oder Lackschuh

Opel will seinen Sportwagen GT mit einer Studie auf dem Genfer Autosalon wiederbeleben. Chef Karl-Thomas Neumann wird dabei persönlich zum Werbestar. Gelingt der Imagetransfer?

DüsseldorfEs ist mehr als ein halbes Jahrhundert her, dass Opel die Welt mit einem Sportwagen überraschte. Der GT feierte 1965 seine Premiere auf der IAA. Die Autowelt staunte: die eleganten Linien, das schnittige Äußere – das kannte man damals eigentlich nur von den Italienern. Der GT wurde zum Kultwagen der 70er und bescherte Opel einen Slogan, den viele heute noch kennen: „Nur fliegen ist schöner“.

Auf dem Autosalon in Genf, der Anfang März startet, sollen die monatelangen Gerüchte nun automobile Wirklichkeit werden. In den traditionsreichen Hallen der Palexpo will Opel den GT wiederaufleben lassen. Allerdings nicht als Serienfahrzeug, sondern als Concept. Hinter der Idee dürfte niemand geringeres stecken, als der Opel-Chef Karl-Thomas Neumann persönlich. Neumann wird ein besonderes Verhältnis zum GT nachgesagt. Im privaten Fuhrpark steht neben einem Diplomat auch eine Oldtimer-Variante des kultigen Sportwagens.

Im Netz rührt der Neumann nun auch persönlich die Werbetrommel für die Neuauflage – mit einem Clip auf Twitter. In Lackschuhen läuft er darin einen Gang aus Waschbetonwänden entlang, hinter einer Tür schimmert es rot. Der Chef wirft einen Blick hinein. „Sehen Sie Opel mit neuen Augen“, sagt er. Dann zoomt die Kamera im James-Bond-Stil in seine Pupille. Darin: ein rötlich-schimmerndes GT-Zeichen.

Die Botschaft: Opel, das jahrelange Sorgenkind von GM, schielt wieder auf Segmente, in denen man jahrelang nichts zu suchen hatte. Die Verkaufszahlen der Marke haben sich 2015 so gut entwickelt, wie in den vergangenen vier Jahren nicht mehr – auch wenn die Mutter General Motors durch den Rückzug von Chevrolet in Europa erneut Markanteile eingebüßt hat. Mit dem Mokka und dem neuen Astra haben die Rüsselsheimer zwei Modelle im Angebot, die sich bestens verkaufen. Statt Brot und Butter, dürfen es in Rüsselsheim offenbar auch mal wieder Lachshäppchen sein. Auf Twitter jubelt Marketingchefin Tina Müller bereits: „Wir erfinden Opel neu, freuen Sie sich auf eine neue Eleganz.“

Es ist nicht die erste Neuauflage des GT: Bereits 2006 hatte Opel auf dem Genfer Automobilsalon eine modernisierte Variante des Flitzers vorgestellt, sogar in einer Serienvariante. Damals war das Modell allerdings kaum mehr als ein Ableger amerikanischer Konzerngeschwister und wurde auch in den USA gebaut. In den Folgejahren konnte der GT zwar den Titel „Cabrio des Jahres 2007“ einheimsen, viel mehr aber auch nicht. Nach nur drei Jahren wurde die Produktion eingestellt. Insgesamt verkaufte sich der moderne GT nur 7500 Mal.

Ob der GT diesmal mehr sein wird, als ein schöner Messetraum, will man in Rüsselsheim noch nicht verraten. In Branchenblättern wird spekuliert, dass der GT ab 2017 in Serie gehen könnten. Schon auf der IAA 2013 hatten die Rüsselsheimer mit dem einer Neuauflage des Monza gezeigt, dass man auch anders könnte. Auf einen serienreifen Monza wartet die Fanszene seitdem allerdings vergeblich.

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