Opel in Europa: Vom Adam bleibt nur das Feigenblatt

Opel in Europa
Vom Adam bleibt nur das Feigenblatt

Auf dem europäischen Markt schreibt Opel-Mutter GM erneut Milliardenverluste. Schuld ist Opel, sagen die US-Amerikaner. Dabei wäre es endlich Zeit, der deutschen Tochter die Wahrheit zu sagen.
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Wenn einem der eigene Partner eröffnet, dass er bis Anfang 2016 treu zu sein gedenkt, ist das ein berechtigter Grund, misstrauisch zu sein. Wenn er zudem immer wieder teure Geschenke für jemand anderen kauft, ist Eifersucht wohl mehr als berechtigt.

Nicht anders geht es derzeit Opel. Auf der einen Seite besucht GM-Vize Girsky im Opel-Pullover die Werke, schließt einen Verkauf aus und schwört Opel die zeitlich befristete Treue. Auf der anderen Seite gönnen die führenden GM-Manager der Tochter Chevrolet eine Marketingoffensive in Europa. Die aggressive Positionierung der US-Tochter auf dem Heimatmarkt von Opel, ist mittlerweile nicht mehr zu übersehen. An den Autohäusern, in der Werbung und sogar in den Werken wird die US-Marke hofiert, während Opel wie das Aschenputtel des Konzerns behandelt wird.

Den Opel-Mitarbeitern ist das längst bewusst. Nicht umsonst fordern sie vom Mutterkonzern, betriebsbedingte Kündigungen auch nach 2016 - also nach der Schließung des Standorts Bochum - auszuschließen. Mittlerweile stecken die Verhandlungen über das neue Sparpaket in einer Sackgasse. Eine Einigung ist nicht in Sicht. Opel will die Fahrzeugproduktion in Bochum Ende 2016 dichtmachen. Wenn die Arbeitnehmer dem zustimmen, sollen die Jobs auch an allen anderen Standorten gesichert werden.

Mit dem heute veröffentlichten operativen Verlust von 1,8 Milliarden Dollar in Europa wollen die Amerikaner den Druck auf die Belegschaft erhöhen. Doch nicht Opel ist der Bremsklotz dem GM-Konzerns. Die Amerikaner bremsen Opel international immer wieder aus, verbieten der Marke den Zugang zu den lukrativen internationalen Märkten.

Man kann diese Strategie verfolgen. Doch dann muss GM den Opel-Mitarbeitern reinen Wein einschenken und offen zugeben: Opel soll künftig in Europa die zweite Geige spielen. Deshalb müssen Werke geschlossen werden. Es ist Zeit für ein offenes Wort aus Detroit.

Mit befristeten Treueschwüren ist in Rüsselsheim und Eisenach niemandem geholfen. GM muss Farbe bekennen, ob und wie man langfristig mit Opel plant. Sonst wird von Adam, Opels neuer Hoffnung im Kleinwagengeschäft, nicht viel mehr übrig bleiben als das Feigenblatt.

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