Opel
Jetzt bieten auch Chinesen bei Opel mit

Wie aus dem Nichts soll ein vierter Investor für Opel aufgetaucht sein - und zwar aus China. Laut Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg soll ein chinesisches Unternehmen ernsthaftes Interesse angemeldet haben. Und erste Vermutungen, wer das sein könnte, gibt es auch schon.

HB DÜSSELDORF. Im Bieterkampf um den angeschlagenen Autobauer Opel gibt es möglicherweise einen weiteren ernstzunehmenden Interessenten. Dies bestätigte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in Berlin. "Es gibt ein signalisiertes Interesse von China", sagte der CSU-Politiker in Berlin. "Mehr wissen wir im Moment nicht."

Guttenberg machte auch deutlich, dass neben dem italienischen Autobauer Fiat und dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna auch der US-Investor Ripplewood weiter im Rennen sei. Bei dem chinesischen Interessenten könntet es sich um den chinesischen Hersteller BAIC handeln.

Chinas fünftgrößter Autohersteller, die Beijing Automotive Industry Corporation (BAIC), habe in einem Brief an GM sein Interesse signalisiert, ohne jedoch ein formelles Angebot abzugeben, hatte die "Financial Times" auf mit den Vorgängen vertraute Kreise Anfang dieser Woche berichtet. Regierungssprecher Thomas Steg hatte da noch gesagt: "Mir ist von einer solchen Bekundung nichts bekannt."

Die FT hatte das Gegenteil gemeldet. Demnach soll BAIC bereits schriftlich sein Interesse bei Dresdner Kleinwort vorgebracht haben, die GM beim Verkauf von Anteilen berät. Bislang hat es GM allerdings abgelehnt, sich öffentlich dazu zu äußern. BAIC gehört zu den größten chinesischen Autoherstellern. Im ersten Quartal dieses Jahres konnte das Unternehmen 250000 Autos verkaufen - damit wäre BAIC der fünftgrößte Hersteller Chinas. Im Westen bekannt geworden ist BAIC durch seine Joint Ventures mit den Autobauern Daimler und Hyundai.

Im September 2006 hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche eine neue Daimler-Fabrik bei Peking eröffnet, die eine Jahreskapazität von bis zu 25 000 Mercedes-Fahrzeugen hat und mit dem Pekinger Autohersteller Beijing Automotive Industry (BAIC) betrieben wird. Die Beijing-Benz DaimlerChrysler Automotive Co Ltd (BBDC) geht auf eine Kooperation des amerikanischen Herstellers American Motors (AMC) mit BAIC zurück - und wurde vor 30 Jahren aus der Taufe gehoben.

Angeblich würde BAIC gerne Fahrzeuge von Opel nach China importieren, um dort den eigenen Marktanteil zu stärken. Auch ein Technologietransfer soll zur Debatte stehen. Analysten haben allerdings Zweifel an den möglichen Plänen des chinesischen Konzerns angemeldet. BAIC, so Li Chunbo von Citi Securities, könne sich ein Investment bei Opel gar nicht leisten. "Kein chinesischer Autohersteller verfügt über die entsprechenden Mittel", sagte Li der "Financial Times".

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