Opel-Krise
Autokonzerne in Lauerstellung

Die Konkurrenz von Opel beobachtet die Entwicklung um den Autobauer mit Argusaugen: Auf der einen Seite fürchten die Unternehmen Wettbewerbsverzerrung durch Beihilfen. Andererseits will sich niemand den Bittgang nach Berlin verbauen, falls sich die Krise verschärft.

MÜNCHEN. Mit Argusaugen beobachtet die Konkurrenz das Ringen um Opel. Mit offiziellen Kommentaren zu den laufenden Gesprächen über die Opel-Rettung halten sich die Konzernzentralen in München, Stuttgart und Wolfsburg allerdings zurück. "Wir beobachten die Entwicklung natürlich genau", fasst ein BMW-Sprecher die Haltung der Branche zusammen. Einerseits fürchtet man eine Wettbewerbsverzerrung durch mögliche Beihilfen, andererseits will sich niemand den Bittgang nach Berlin verbauen, falls die Krise sich weiter verschärft.

Die Position des Branchenverbands ist inzwischen klar: Man begrüße, dass die Bundeskanzlerin und weitere Kabinettsmitglieder Gespräche mit dem Management und den Arbeitnehmervertretern von Opel führten, sagte ein VDA-Sprecher. Opel sei als US-Tochterunternehmen des Konzerns General Motors in einer besonderen Situation. "Jetzt sollte alles Notwendige getan werden, damit die Wertschöpfungskette bei diesem VDA-Mitgliedsunternehmen stabil bleibt", heißt es. Das Unternehmen habe eine hohe Innovationskraft und eine motivierte Belegschaft. Noch am Freitag hatte der VDA ein Statement abgelehnt.

Mag der Mutterkonzern GM noch so siechen, Opel wird von seinen deutschen Konkurrenten durchaus wieder ernst genommen. Immerhin führt Opel in diesen Tagen mit dem Insignia eine neue Mittelklasselimousine ein. Die Fabriken in Rüsselsheim, Bochum oder Eisenach seien durchaus wettbewerbsfähig, das Unternehmen saniert, sagt ein Konkurrent. "Es hakt halt nur noch am Image", heißt es in der Branche. Verwundert verweist man auf die Äußerung von Opel-Betriebsratschef Klaus Franz, Opel habe "keine Liquiditätsprobleme".

Inzwischen ist es für die Konzerne auch eine Imagefrage, die eigene Position als möglichst stark darzustellen. "Staatliche Hilfsmaßnahmen stehen für Volkswagen nicht zur Diskussion", sagte ein VW-Sprecher mit Verweis auf die stabile wirtschaftliche Situation des Unternehmens. Volkswagen stehe gut da und halte an seinen Jahreszielen fest, Absatz, Umsatz und operatives Ergebnis zu steigern. Daimler und BMW wollen von Staatshilfen für das operative Geschäft ebenfalls nichts wissen.

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