Opel macht Verlust
Nicht alles für die Katz'

Opel-Chef Neumann hat ein anstrengendes Jahr hinter sich. Eigentlich will die Marke das Verlierer-Image abstreifen, doch Russland verhagelt den Rüsselsheimern das Comeback. Doch es gibt auch Anlass zur Hoffnung.
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DüsseldorfManchmal kommt die Führung eines Autobauers einem Wechselbad der Gefühle gleich. Gestern feierte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann noch mit Designer Karl Lagerfeld und allerlei Prominenz den neuen Corsa von Berlin. Mit ein bisschen Chichi und Blitzlichtgewitter wurde Opels neuer Kalender präsentiert. Hauptfigur: Lagerfelds Katze „Choupette“. Einen Tag später holt Neumann die raue Wirklichkeit der Zahlen ein.

Das Jahr 2014 ist für die deutsche GM-Tochter schwieriger gelaufen als erwartet. Unterm Strich hat GM Europe einen Verlust von 1,4 Milliarden Dollar (1,22 Milliarden Euro) eingefahren, noch einmal mehr als im Vorjahr. Allein im vierten Quartal lag das Minus bei 400 Millionen Dollar (rund 350 Millionen Euro). Wieder einmal muss Neumann dem Mutterkonzern General Motors tiefrote Zahlen berichten. Die Kehrtwende – in den Zahlen ist sie auf den ersten Blick noch nicht sichtbar. Dabei erwartet GM ab 2016 wieder schwarze Zahlen von Opel.

Doch der Absatzeinbruch in Russland macht Opel das Comeback immer schwerer. Die Rubelschwäche frisst die Gewinne auf. Dabei spielte Russland in den Plänen von Neumann eine Schlüsselrolle. Immerhin galt es nach seinem Amtsantritt im März 2013 als einer seiner ersten Erfolge, dass er die GM-Zentrale in Detroit überzeugen konnte, die Konzernschwester Chevrolet aus Europa zurückzuziehen.

Bisher zahlt sich diese Rochade für Opel allerdings kaum aus. Der russische Markt ist ein Klotz am Bein. Die Verkäufe der Marken Opel, Chevrolet und Cadillac sind um rund ein Viertel eingebrochen. Allein durch Wechselkurseffekte türmt sich ein Verlust von 200 Millionen Dollar auf. Derzeit geht es für Opel vor allem um Schadensbegrenzung. Von Mitte März bis Mitte Mai sollen die Bänder im Werk Sankt Petersburg stillstehen. Die Preise wurden kurzerhand angehoben

Trotz der Probleme in Russland will Neumann bisher nicht von seinem offiziellen Ziel abrücken, im Jahr 2016 wieder profitabel zu sein. „Gemeinsam haben wir das operative Resultat von Opel/Vauxhall verbessert, die Verkaufszahlen gesteigert und Marktanteile hinzugewonnen, obwohl das Marktumfeld noch schwieriger geworden ist“, schrieb Opel-Chef Karl-Thomas Neumann in einem Rundbrief an die Mitarbeiter.

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Imagegewinn allein reicht nicht

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