Opel
Magnas Hoffnungen ruhen auf Russland

Magna-Eigentümer Frank Stronach hat sein Ziel erreicht: Mit dem Einstieg bei Opel steigt der Zulieferer-Gigant in die Beletage der Automobilindustrie auf. Jetzt will er den russischen Markt aufrollen. Eines ist dabei jetzt schon klar: Harte Einschnitte wird der kanadisch-österreichische Konzern bei der Marke mit dem Blitz nicht vermeiden können.

FRANKFURT. Magna-Gründer Frank Stronach hat nie aufgegeben. "Aus meiner Sicht sind alle offenen Punkte zwischen Magna und GM geklärt. Alles hängt davon ab, ob GM Opel verkaufen will", sagte der 77-Jährige noch am Mittwochabend in Köln, wo er einen Umweltpreis für sein Lebenswerk in Empfang nahm. Keine 24 Stunden später weiß der braun gebrannte Topmanager: GM will. Stronach hat damit sein Klassenziel erreicht: Mit Opel zieht der Zulieferergigant nun endgültig in der Beletage der Automobilindustrie ein.

"Ich glaube, dass wir eine konkurrenzfähige Autofirma aufbauen können", macht Stronach sich Mut. Doch bei aller Ungewissheit über das Schicksal von Opel ist bereits jetzt so viel klar - ohne harte Einschnitte wird auch der von Bund, Ländern und Belegschaft favorisierte Zulieferer mit seinen russischen Partnern nicht bei der Marke mit dem Blitz auskommen. Der Neuanfang werde nicht einfach sein, betont auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Den in Berlin präsentierten Unterlagen zufolge will Magna ein Fünftel der Opel-Jobs, insgesamt 10 560 Stellen, europaweit streichen. In Deutschland werden wohl 2 500 Jobs abgebaut. Opel sei keinesfalls als ein Geschenk zu verstehen, versichert Stronach in Köln angesichts der jahrelangen Verluste der Rüsselsheimer. Soll heißen: Opel ist ein Sanierungsfall. Im laufenden Jahr wird der Autobauer nach interner Planung voraussichtlich einen Verlust vor Zinsen und Steuern von über zwei Mrd. Euro ausweisen. Einen operativen Gewinn kann das Unternehmen danach frühestens wieder von 2011 an erzielen.

Dabei muss das Unternehmen ohne die Märkte USA, China, Südkorea und Kanada auskommen, wie GM am Donnerstag mitteilte. Dies würde vertraglich festgelegt. Die Hoffnungen Magnas ruhen nun umso mehr auf dem russischen Markt. Dort soll der Marktanteil von Opel und GM zusammen mit den russischen Partnern, zu denen die Sberbank und der Autobauer Gaz zählen, auf 20 Prozent oder 500 000 Autos erhöht werden. Der Anteil des Russland-Geschäfts am Umsatz von Opel steigt so auf fünf Prozent.

Magna verfügt in Russland selbst über mehrere Werke und erhofft sich dort künftig ein starkes Wachstum. Allerdings ist der Autoabsatz in Russland in diesem Jahr bisher um mehr als die Hälfte eingebrochen. Doch das Magna-Konsortium weiß den Kreml hinter seinen Plänen - und das dürfte in Russland ein wichtiger Vorteil sein. Bis zuletzt hatte GM allerdings Sorgen über einen Abfluss technischen Wissens an russische Konkurrenten geltend gemacht und sich deshalb - zumindest nach außen - hartnäckig gegen die russische Beteiligung am Magna-Konsortium gesperrt.

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