Opel
Nach der Rettung beginnt die Arbeit

Eine Insolvenz von Opel ist mit dem Rettungspaket der Bundesregierung zunächst vom Tisch - ob der Autobauer damit auch langfristig überleben kann, steht noch in den Sternen. Der Investor Magna erwartet schwierige Jahre für Opel, will aber alle Standorte erhalten.

BERLIN/FRANKFURT. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht die neuen Partner noch vor schwierigen Aufgaben. Der Autoexperte Willi Diez spricht von einem "Anfang". Der Europachef des GM-Mutterkonzerns, Carl-Peter Forster, sagte, im Moment sei Opel "absolut gerettet".

Das beschlossene Konzept besteht im wesentlichen aus drei Teilen: Ein dreiseitiges "Memorandum of understanding" hält den Verhandlungsstand zwischen dem Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) und dem Investor Magna über die wichtigsten ökonomischen Eckpunkte fest, ist aber nicht rechtlich bindend. Ein Zwischenkredit von bis zu 1,5 Milliarden Euro soll zudem verhindern, dass Opel nach der GM-Insolvenz finanziell die Luft ausgeht. Die Ausfallrisiken tragen der Bund und die vier Bundesländer mit Opel-Standorten.

Die Zwischenfinanzierung soll innerhalb von fünf Jahren in einen 4,5-Milliarden-Bürgschaftsrahmen überführt werden. Magna will laut Bundesfinanzminister Peer Steinbrück kurzfristig benötigte 300 Millionen Euro in der nächsten Woche bereitstellen, ehe das Geld aus dem staatlichen Zwischenkredit fließt. Insgesamt investiert Magna rund 500 Mio. Euro in Opel.

Um zu verhindern, dass Gelder nach Detroit abfließen, wird Opel drittens in die Hände eines Treuhänders gelegt. Am frühen Montagmorgen wurde die Treuhandgesellschaft nach notarieller Beurkundung bereits gegründet, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Berlin. In ihr sind zentrale Teile des Rüsselsheimer Autobauers und anderer europäischer Gesellschaften vor dem Zugriff der US-Mutter geschützt.

Die Treuhandgesellschaft beaufsichtigt unter anderem die weiteren Verhandlungen mit dem Investor. Sie soll nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen von dem Frankfurter Rechtsanwalt und Sanierungsexperten Alfred Hagebusch und GM-Europe-Vizechef Eric Stevens geleitet werden. Hagebusch ist Partner der auf Insolvenzen und Sanierungen spezialisierten Kanzlei Wellensiek. Eine "entscheidende Rolle" werde beim Übergang von Opel aus dem GM-Verbund in die Eigenständigkeit auch der Verwaltungsratsvorsitzende, der Chef der American Chamber of Commerce in Deutschland, Fred Irwin, spielen, hieß es weiter: Ihm vertrauten sowohl die US-Regierung als auch die Bundesregierung. In den Verwaltungsrat sollen zudem je zwei Vertreter von der Bundesregierung und von GM entsandt werden.

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