Opel-Rettung
Magna buhlt um Opel-Belegschaft

Der Autozulieferer Magna sucht im Ringen um Opel den Schulterschluss mit der Belegschaft und will nach Handelsblatt-Informationen sein Konzept dem Betriebsrat offenlegen. Unterdessen nahm der Opel-Notfallplan die erste Hürde: Die Brückenfinanzierung steht. Neben Fiat und Magna wird heute wahrscheinlich ein Dritter potenzieller Investor sein Konzept vorlegen.

FRANKFURT/BERLIN. Unmittelbar vor der heute ablaufenden Bieterfrist für Opel haben Regierung und Banken sich auf ein Modell einer Brückenfinanzierung für den Autohersteller Opel verständigt. Das sagte der Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank, Matthias Kollatz-Ahnen, dem Handelsblatt. Der Rettungsplan für das Rüsselsheimer Unternehmen, für das am Mittwoch nach monatelangem Ringen die Stunde der Wahrheit bei der Investorensuche schlägt, hat damit eine erste wichtige Hürde genommen. Laut Branchenkreisen erhält Opel demnach für die nächsten sechs Monate eine Kreditlinie über 1,5 Mrd. Euro, für die Bund und Länder jeweils zur Hälfte geradestehen.

Die Bundesregierung hatte vergangene Woche einen Krisenplan beschlossen, mit dem Opel aus dem Sog einer sich anbahnenden Insolvenz des Mutterkonzerns General Motors gerettet werden soll. Aller Voraussicht nach wird GM bereits Ende Mai in die Insolvenz gehen. Die GM-Anteile an Opel sollen demnach an einen Treuhänder gehen und die Liquidität der Rüsselsheimer durch eine staatlich verbürgte Kreditlinie sichergestellt werden. Für diese Brückenfinanzierung wurde nun ein Modell gefunden. Ein Regierungssprecher sprach am Dienstag nur von "guten Fortschritten". Die Brückenfinanzierung ist angesichts der am Mittwoch um 18 Uhr ablaufenden Bieterfrist für die Opel-Interessenten ein wichtiges Signal, dass Berlin eine Hängepartie vermeiden will.

Die Bundesregierung will schon am Mittwoch auf einem neuerlichen Spitzentreffen über Opel beraten. In Regierungskreisen hieß es, man betrachte nur noch Fiat und Magna als ernsthafte Interessenten. Finanzminister Peer Steinbrück sagte, nur zwei Bieter seien interessant. Neben der Vorlage der Konzepte in Berlin müssten die Interessenten auch eine Absichtserklärung gegenüber GM abgeben, heißt es. Nach Informationen aus Industriekreisen zeichnete sich am Dienstag indes ab, dass auch der Finanzinvestor Ripplewood für Opel ein Gebot vorlegen werde. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz heizte am Dienstag die Erwartungen an. "Ich denke, es werden auf jeden Fall mehr als Zwei", sagte er dem Handelsblatt zur Zahl der Interessenten. Dem Opel-Aufsichtsrat war am Wochenende signalisiert worden, dass wohl drei Interessenten ins Rennen gehen werden, erfuhr das Handelsblatt.

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