Opel-Rettung
Opels Entscheidungstag steht fest

Der 20. Mai wird wohl ein wichtiger Tag in der Geschichte des Autobauers Opel. Dann wollen die beiden potenziellen Opel-Investoren Fiat und Magna ihre Konzepte für die angeschlagene GM-Tochter vorstellen. Und das ist nicht das einzige Ergebnis aus einem Spitzengespräch mit Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg. Und Kritik aus den Reihen der CDU gibt es auch schon.

saf/HB BERLIN. Fiat und Magna wollen bis zum 20. Mai Konzepte für eine Übernahme des angeschlagenen Autobauers Opel vorlegen. Das erklärte Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg am Donnerstag nach einem Spitzengespräch in Berlin.

Die Bundesregierung strebt grundsätzlich ein vorübergehendes Treuhandmodell für den angeschlagenen Autobauer Opel an. Voraussetzung dafür sei aber, dass es ein tragfähiges Konzept von mindestens einem möglichen Investoren gebe, sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nach einem Spitzentreffen der Bundesregierung am Donnerstag in Berlin. Damit solle Zeit für weitere Verhandlungen mit der Opel-Mutter General Motors (GM) über einen Einstieg potenzieller Investoren bei Opel oder bei GM-Europa gewonnen werden.

Der CDU-Wirtschaftsexperten Michael Fuchs, der zugleich Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der Unions-Bundestagsfraktion ist, warnt vor einem solchen Schritt: "Eine Treuhand-Lösung ist der völlig falsche Weg. Mit einem solchen Schritt schaffen wir eine VEB Opel, aus die der Staat nur schwer wieder heraus kommt. Ich kann die Bundesregierung deshalb nur warnen, in die Treuhand-Falle zu laufen."

Es wird erwartet, dass GM Anfang Juni in den USA Insolvenz anmelden muss. Mit dem Treuhandmodell soll Opel-Vermögen vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt werden. Der italienische Autobauer Fiat und der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna gelten als die aussichtsreichsten Kandidaten für ein Zusammengehen mit Opel.

Zu Guttenberg sprach von einem "sehr unaufgeregten Treffen", bei dem unterschiedliche Modelle für Opel besprochen werden sollten. Ein Sprecher der Bundesregierung hatte am Mittwoch einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach bei dem Treffen eine vorübergehende Verstaatlichung von Opel beschlossen werden solle.

Die Opel-Mutter General Motors (GM) muss bis Ende Mai in den USA einen erfolgversprechenden Rettungsplan vorlegen. Sonst droht die Insolvenz. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die Opel-Interessenten bis dahin tragfähige Konzepte präsentieren. Als die beiden aussichtsreichsten Kandidaten für ein Zusammengehen mit Opel gelten der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna und der italienische Autobauer Fiat. Um im Falle einer GM-Insolvenz handlungsfähig zu bleiben, hatte Guttenberg ein Treuhänder-Modell ins Spiel gebracht.

Die "Rheinische Post" hatte gemeldet, der Bund wolle die Opel - Anteile aus dem GM-Konzern übernehmen und treuhänderisch verwalten, bis ein Investor für die europäischen GM - Aktivitäten gefunden sei. Dies solle zusammen mit einem Bankenkonsortiums geschehen, an dem auch die staatliche KfW-Bank beteiligt sei.

An dem Spitzentreffen sollten neben Guttenberg auch Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU), Vize-Kanzler Frank- Walter Steinmeier, Finanzminister Peer Steinbrück und Arbeitsminister Olaf Scholz (alle SPD) teilnehmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%