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06.12.2007 
2008

Opel steht vor Absatzdelle

von Carsten Herz

Harte Zeiten für Opel: Eine Studie sieht die deutsche GM -Tochter im kommenden Jahr als größten Verlierer auf dem deutschen Markt. Experten zufolge wird der Autobauer auf dort verstärkt unter Wettbewerbsdruck geraten. Wer dagegen zu den Gewinnern zählen wird – und auf welches Modell Opel seine Hoffnungen setzt.

Der deutsche Automarkt soll sich einer Studie zufolge im kommenden Jahr erholen. Doch Opel wird den Experten zufolge nicht davon profitieren. Foto: dpa Lupe

Der deutsche Automarkt soll sich einer Studie zufolge im kommenden Jahr erholen. Doch Opel wird den Experten zufolge nicht davon profitieren. Foto: dpa

FRANKFURT. Laut der Jahresprognose des Brancheninstituts B&D-Forecast, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, werden die Rivalen VW und Renault zu den Gewinnern der Entwicklung zählen. Ein Opel -Sprecher betonte, dass der im kommenden Jahr startende Opel-Vectra -Nachfolger Insignia für Belebung sorgen werde, lehnte jedoch eine Absatzprognose ab.

Insgesamt rechnet das Brancheninstitut im kommenden Jahr mit einer leichten Erholung des deutschen Marktes auf 3,34 Mill. Neuwagen. Laut der Studie wird das kommende Jahr wieder stärker von den deutschen Autoherstellern dominiert, die mit wichtigeren neuen Fahrzeugen als die Importeure auftreten werden. Ausnahme sei Opel, das aufgrund des gealterten Kompaktwagens Astra, der kommenden Konkurrenz des neuen Ford Fiesta und des im Herbst erscheinenden neuen VW Golf auf der Verliererseite stehen werde, wie B&D-Geschäftsführer Ferdinand Dudenhöffer erläutert. Der Absatz von Opel werde um 15 000 Fahrzeuge zurückgehen. Die Entwicklung in Rüsselsheim steht damit in deutlichem Kontrast zu der Entwicklung der übrigen großen deutschen Autobauer, die mit Zuwächsen rechnen dürfen.


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Der Branchenverband VDA wird heute zur Entwicklung auf dem deutschen Markt Stellung nehmen. Bisher erwartet der VDA noch 3,2 Mill. Zulassungen im laufenden Jahr. Kaum ein Experte teilt allerdings angesichts der anhaltend schwachen Entwicklung des deutschen PKW-Markts noch diesen Optimismus. Fast alle großen Marktforschungsinstitute erwarten, dass der Absatz im laufenden Jahr lediglich leicht über 3,1 Mill. Einheiten liegen wird. In den ersten elf Monaten sank die Zahl der PKW-Neuzulassungen um 8,2 Prozent auf 2,9 Millionen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt gestern mitteilte.

Viel besser wird es laut Einschätzung der Experten auch in den kommenden Jahren nicht, wie aus der B&D-Forecast-Jahresprognose hervorgeht. Die Branche müsse sich dauerhaft auf ein niedrigeres Zulassungsniveau auf dem deutschen Markt einstellen. Der PKW-Markt in Deutschland werde sich mittelfristig auf ein Niveau zwischen 3,35 und 3,4 Millionen einpendeln. Nach einer Prognose des Center of Automotive der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch -Gladbach wird sich der PKW-Markt in Deutschland bis 2015 in einem Korridor zwischen 2,8 und 3,3 Mill. Neuzulassungen bewegen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Zehnjahrestief auf den klassischen Automärkten

Die Autobranche kann damit auch in den kommenden Jahren nicht auf Impulse vom wichtigen deutschen Markt rechnen, dem größten in Europa. Die Achsen im weltweiten Automobilgeschäft werden sich damit im kommenden Jahr weiter verschieben. Während in den wichtigen traditionellen Märkten der Triade (Nordamerika, Westeuropa und Japan) die Autoverkäufe nach Prognose der Experten von B&D Forecast auf 36,9 Mill. Einheiten sinken werden, steigt die Autonachfrage in den Schwellenländern demnach auf 22,7 Mill. Verkäufe an.

Damit steigen 2008 die Automobilverkäufe zwar weltweit auf den Rekordwert von 59,6 Mill. PKWs, inklusive Geländewagen und Pick-ups in den USA. In den klassischen Automobilmärkten werde jedoch 2008 ein Zehnjahrestief erreicht, wie Dudenhöffer errechnet. Die Marktblöcke Westeuropa und Japan würden sich lediglich leicht verbessern.


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Die Bedeutung der Schwellenländer nimmt damit im Weltautomobilgeschäft weiter zu. Erstmals werden laut B&D Forecast im Jahr 2008 über 38 Prozent aller verkauften Neuwagen in den Schwellenländern, allen voran China, Russland und Indien, verkauft. Als Reaktion darauf müssten die Automobilhersteller und Zulieferer ihre Anstrengungen auf diesen wachsenden Märkten weiter forcieren.

Der Aufwärtstrend in den neuen Märkten werde auch Konsequenzen für die deutsche Autoindustrie haben, glaubt Dudenhöffer. Nahezu alle Hersteller hätten im Einkauf das strategische Ziel, das Einkaufsvolumen dort erheblich zu steigern. Dies werde aber zulasten der traditionellen Standorte gehen. Die Beschäftigungszahl in der deutschen Automobilindustrie werde damit fortgesetzt sinken, sagt der B&D-Forecast voraus.

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